Kreis Heinsberg - IHK-Delegation aus Heinsberg führt Gespräche in Berlin

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IHK-Delegation aus Heinsberg führt Gespräche in Berlin

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Treffen in Berlin: IHK-Präsident Bert Wirtz (r.), IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer (Mitte) und der Heinsberger Unternehmer Peter Heinrichs (2. v. l.), Geschäftsführender Gesellschafter der Handelshäuser Heinrichs und Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses, diskutierten mit den Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers (l.) und Norbert Spinrath (2. v. r.) über aktuelle bundespolitische Themen. Foto: IHK/Plambeck

Kreis Heinsberg. Kurz vor den entscheidenden Energie-Beratungen im Bundestag an diesem Freitag hat eine Delegation der Industrie- und Handelskammer Aachen die Bundestagsabgeordneten des Kammerbezirks in Berlin dazu aufgerufen, sich für eine sichere Energieversorgung einzusetzen und mittelständische Betriebe nicht stärker zu belasten – auch nicht durch die Einbeziehung von selbst erzeugtem Strom.

IHK-Präsident Bert Wirtz, IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer und eine Gruppe von Unternehmern stellten den Politikern die Kernforderungen des neuen Legislaturprogramms der IHK-Vollversammlung vor und diskutierten aktuelle Themen der Bun-despolitik, unter anderem die bevorstehende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Zu den davon betroffenen energieintensiven Unternehmen gehört laut IHK auch die in Stolberg an-sässige Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co.KG. „Noch sind wir wettbewerbsfähig“, sagte Geschäftsführer Dirk Harten, „aber ohne die Befreiung von der EEG-Umlage ist unser Standort ernsthaft in Gefahr.“

Kritisch betrachtet die Wirtschaft auch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns: Es müsse Ausnahmeregelungen für bis zu sechsmonatige freiwillige Praktika und für Fachkräfte unter 25 Jahren geben. „Die Politik darf keinen Anreiz dafür setzen, dass junge Menschen auf eine Berufsausbildung verzichten, weil sie eine besser bezahlte Beschäftigung in Aussicht haben“, erklärte IHK-Präsident Bert Wirtz aus Heinsberg.

Peter Heinrichs aus Heinsberg, Geschäftsführender Gesellschafter der Handelshäuser Heinrichs, hält es zudem für falsch, Minijobber auf das gleiche Niveau beim Mindestlohn zu stellen wie sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter, weil für ­Minijobs eine fünf Prozent höhere Abgabe zu leisten sei. Die Politik solle dieselbe Ausnahmeregelung für den Handel zulassen, die sie jetzt auch den Zeitungsverlagen zugesagt habe, erklärte der Heinsberger Unternehmer: „Ohne eine solche Regelung werden viele geringer qualifizierte Minijobber ihre Stellen verlieren.“

Während es zum Mindestlohn unterschiedliche Ansichten gab, waren sich Unternehmer und Abgeordnete nach Darstellung der IHK über die Notwendigkeit anderer Maßnahmen einig: A1-Lückenschluss, Sanierung maroder Straßen und Brücken, Digitalisierung der Wirtschaft, Breitbandausbau und Bewerbung der dualen Ausbildung. Besonders da sicherte Ulla Schmidt aus Aachen, Vizepräsidentin des Bundestages, ihre Unterstützung zu: „Wenn wir gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa vorgehen wollen, müssen wir dieses Modell weiter stärken.“

IHK-Präsident Wirtz appellierte an die Abgeordneten, auch die anderen Themen in kommende Debatten einzubringen: „Nur wenn Sie bereit sind, in die Zukunft unseres Landes zu investieren, können wir auch im Kleinen etwas für unsere Wirtschaftsregion tun!“

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