Heinsberg - Ian Watt räumt alle Preise ab

Ian Watt räumt alle Preise ab

Von: Petra Wolters
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Nach der Preisverleihung auf der Bühne der Heinsberger Stadthalle: Festivaldirektor Theo Krings, der Drittplatzierte Moriyuki Masuda aus Japan, der Zweitplatzierte Chia-Wei Lin aus Taiwan, Sieger Ian Watt aus Schottland, Gitarrenbauer Karl-Heinz Römmich, Roman Viazovskiy als künstlerischer Leiter des Festivals, Bürgermeister Wolfgang Dieder und Erster Beigeordneter Jakob Gerards (von links). Fotos (4): Petra Wolters Foto: Petra Wolters

Heinsberg. Es war der junge, smarte Gentleman Ian Watt aus Aberdeen in Schottland, der auch am Samstagabend nach anstrengenden vier Wettbewerbstagen noch übers ganze Gesicht strahlte.

Der 20-Jährige, der erst als Zehnjähriger über seine Liebe zu den Beatles zum Gitarrenspiel kam, räumte auf der Bühne der Heinsberger Stadthalle gleich alle drei Preise des Wettbewerbs ab: zuerst den Preis der Junior-Jury, dotiert mit 500 Euro, dann den Publikumspreis, ebenfalls 500 Euro und die Einladung zu einem Konzert in Heinsberg im kommenden Jahr, sowie schließlich dem Urteil der professionellen Jury zufolge den ersten Preis im Wettbewerb: 4000 Euro, dazu eine Gitarre im Wert von 6000 Euro von Karl Heinz Römmich und gleich mehrere Konzertengagements, unter anderem in der Nationalphilharmonie in Kiew, in China und in den USA.

Der zweite Preis, immerhin noch 2000 Euro, ging an Chia-Wei Lin aus Taiwan. Den dritten Preis und 1000 Euro sicherte sich Moriyuki Masuda aus Japan. Zusätzlich gab es für alle drei Preisträger eine wertvolle Armbanduhr von Marcello C. Vierter im Bunde war Pavel Kukhta aus Weißrussland, der wie seine drei Mitstreiter im Finale ein Saitenpakt von DAddario für seine Gitarre erhielt.

Nach den Auftritten von Masuda und Lin sowie einer Pause für das durch die Hitze in der Halle ebenfalls arg strapazierte Publikum im Finalkonzert wiederholte Watt Bejamin Brittens „Nocturnal op. 70”, das zuvor bereits Masuda gespielt hatte, und machte schon da seine Klasse deutlich. Mit „Introduction and Caprice op. 23” eroberte er die Herzen des Publikums vollends. Er brachte seine Gitarre dabei wahrhaft zum Singen, was er übrigens selbst vom Spiel seine großen Vorbilds Roman Viazovskiy als dem künstlerischen Leiter des Festivals sagt. Sein letztes Finalstück, das „Minuet No. 4 in D major op. 11” von Fernando Sor, war schließlich das Sahnehäubchen auf seinem gelungenen Vortrag.

Durchsetzen musste sich Watt beim diesjährigen, vierten Wettbewerb seiner Art gegen harte Konkurrenz. 50 Finalisten aus 30 Ländern waren nach einer Vorauswahl zur ersten Hauptrunde am vergangenen Mittwoch und Donnerstag zugelassen worden. 43 junge Gitarristen traten tatsächlich an. 20 von ihnen erreichten die zweite Hauptrunde am Freitag, in der dann die vier Finalisten ermittelt wurden.

„Sehr hoch” sei das Niveau gewesen, freute sich Beatrice Berthold, Vorsitzende der international besetzen, elfköpfigen Jury. „Auch diejenigen, die hier nicht einmal in die zweiten Runde kamen, konnten alle Gitarre spielen”, betonte sie im Rahmen des Finales. Lob fand sie auch für die Besetzung der Jury. So sei diese nicht nur international aufgestellt worden, sondern habe durch die große Zahl der Juroren auch unterschiedliche Aspekte in der Beurteilung zusammengebracht. „Musik ist nun mal kein Sport. Und Geschmack ist eben unterschiedlich”, brachte sie die Vorteile einer umfassend besetzten, großen Jury auf den Punkt. Bei ihr zum Beispiel seien es weniger die Technik des Spiels als eher die Musikalität an sich und die Bühnenpräsenz, die Schwerpunkt ihrer Wertung gewesen seien, betonte die Pianistin und Professorin für Klavier an der Musikhochschule Hannover.

Der Dank von Festivaldirektor Theo Krings ging abschließend an die Jury und an die Junior-Jury, an ein tolles Publikum, an seine vielen helfenden Hände und nicht zuletzt an die Gastfamilien.

Dass auch sie von ihrer Gastfreundschaft durchaus profitiert haben, machte Eileen L´habitant-Heck aus Schafhausen als Gastmutter von Sieger Ian Watt deutlich. „Das war für uns eine sehr schöne Erfahrung”, betonte sie und verriet, dass der junge Musiker ihr sogar ihre eigene, 25 Jahre alte Gitarre repariert habe. Watt gab das Lob gleich zurück und schwärmte nicht nur von Heinsberg selbst, sondern auch von seinen Bürgern. „Alle Menschen hier waren so nett und so gastfreundlich”, sagt er von seinem Besuch in Heinsberg.
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