I-Dötzchen auf der Zielgeraden zum ersten Schultag

Von: Rainer Herwartz
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Für Thomas Heinrichs, Leiter
Für Thomas Heinrichs, Leiter der Sonnenscheinschule in Heinsberg, und seine Kollegen steht fest: Schule ist klasse! Die 93 I-Dötzchen können sich ab Donnerstag selbst davon überzeugen. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Noch zweimal schlafen, dann beginnt der „Ernst des Lebens”. Was beinahe wie eine Drohung klingt, sollte früher einmal die I-Dötzchen auf den wohl größten Einschnitt in ihrer bisherigen Entwicklung hinweisen. Ganz so streng und dramatisch gehts heutzutage zum Glück nicht mehr zu.

Denn jetzt lautet das Motto: Schule ist klasse! Und das wird den unzähligen Schulanfängern nicht erst in diesen Tagen durch die Grundschulen der Region vermittelt. Ganz so wie in der größten der Stadt Heinsberg, der Sonnenscheinschule an der Westpromenade.

„Die I-Dötzchen, die am Donnerstag kommen, werden auf vier neue Klassen verteilt”, erklärt Schulleiter Thomas Heinrichs. „Insgesamt sind es 93. Wobei sich das noch ändern kann, denn es gibt Eltern, die ihr Kind am ersten Schultag anmelden, was eigentlich nicht so sein sollte.” 385 Mädchen und Jungen werden dann von 30 Lehrern betreut, inklusive drei Lehramtsanwärtern und einem Sozialpädagogen. Im Grunde, so Heinrichs, habe die Einschulung schon im Oktober letzten Jahres mit dem Anmeldeverfahren begonnen.

Die Kleinen, die bislang zwölf verschiedene Kindergärten besuchten, wurden noch vor der schulmedizinischen Untersuchung im November spielerisch ein wenig auf die Probe gestellt, erläutert Konrektorin Martina Zerr. Ein umfassendes Schulspiel beinhaltete Übungen zur Grobmotorik, Feinmotorik und Mengenerfassung, aber auch Sprachkenntnissen. Wie ein Kind einen Ball fängt, einen Stift hält oder erklärt, was es auf einem Bild erkennt, gebe schon jede Menge Aufschluss über den Stand seiner Entwicklung.

„Im Gruppentest soll zudem geschaut werden, wie das Kind mit anderen umgeht”, sagt Zerr. „Das Ergebnis ist wichtig für die Klassenbildung und damit die Kollegen wissen, worauf sie achten müssen.” Zudem wurden die Resultate des Schulspiels an die Kindergärten kommuniziert. Die Erkenntnisse seien meist deckungsgleich mit den Erfahrungen der Erzieher in den Kitas, so dass schon hier gezielt an dem einen oder anderen Defizit gearbeitet werden konnte.

Doch nicht nur für die angehenden Schulneulinge begann die Zielgerade bis zum ersten Schultag schon vor Monaten. Auch ihre Eltern durften sich für Februar, April und Juni wichtige Termine im Kalender ankreuzen. Im Winter wurden sie über das Betreuungsangebot der Sonnenscheinschule informiert, im Frühling über die Methoden des Lesen- und Schreibenlernens und am Beginn des Sommers gings dann so richtig ans „Eingemachte”, wie Heinrichs schmunzelnd sagt.

Die Palette reichte von der Vorstellung der Lehrer über den Erwerb der Schulbücher, Möglichkeiten des Förderunterrichts bei weniger oder Hochbegabten und den Stundenplan bis hin zur Erläuterung des besten Schulweges. „Am Donnerstag der vorletzten Woche vor den Sommerferien waren die Kinder dann schon hier und haben ihre neuen Mitschüler und ihre Klassenlehrerinnen kennen gelernt.”

Für alle sei es in jedem Jahr aufs Neue eine aufregende Sache, sagt Zerr. „Ein erstes Schuljahr zu bekommen ist immer etwas Besonderes, da bereitet man sich intensiv drauf vor. Du hast neue Kinder, die du nicht kennst, neue Eltern . . . Ich freue mich immer wieder zu sehen, wenn die Kinder richtig Lust auf Schule haben. Es kommen neue Persönlichkeiten an die Schule, das ist total spannend.” Bis zu den Herbstferien sei man als Lehrer damit beschäftigt, die Kinder überhaupt an einen schulischen Rhythmus zu gewöhnen.

Sich längere Zeit konzentrieren zu müssen oder nach der Pause das Spielen auf dem Schulhof zu beenden, um sich wieder dem Lehrstoff zu widmen, stelle so manchen Stöpsel auf eine harte Probe. Dennoch sei die Begeisterung der Kinder groß, ergänzt Heinrichs: „Für mich ist das Faszinierende an Schulneulingen ihre hohe Motivation, Neugier und ihr Lernwille. Sie saugen die ersten Schulwochen auf wie ein Schwamm.”

Der Startschuss fällt bei den Sonnenschein-Kindern am Donnerstag, um 9.30 Uhr mit einem Gottesdienst in St. Gangolf. „Danach gehts mit den Eltern, den Schultüten und viel Aufregung zur Schule”, weiß Heinrichs. Dort warten dann alle anderen Kinder der Schule bereits mit ihren Stühlen im Halbkreis auf dem Schulhof.

„Die neuen Kinder schließen dann den Kreis, bevor sie mit Theaterstücken, Tänzen und Liedern begrüßt werden”, sagt Zerr. Nach einer halben Stunde beginnt dann der erste Unterricht - für ein knappes Stündchen. Und damit der Schulbeginn für die wartenden Eltern nicht doch noch zum „Ernst des Lebens” wird, gibts für diese Kekse und ein Tässchen Kaffee.
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