Kreis Heinsberg - HIV und AIDS: Die Angst gegenüber Infizierten abbauen

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HIV und AIDS: Die Angst gegenüber Infizierten abbauen

Von: red
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Renate Kaspar stellte den Jahr
Renate Kaspar stellte den Jahresbericht des AIDS-Beratungs- und Hilfsdienstes der Arbeiterwohlfahrt vor.

Kreis Heinsberg. In den vergangen Jahren sind die Aufklärung und Prävention in Deutschland ständig an die veränderten Bedingungen und neuen Erkenntnissen angepasst worden. Damit hat sich die Zahl der Neuinfektionen mit HIV seit drei Jahren mit etwa 3000 Menschen jährlich stabilisiert.

Nach aktuellen Angaben des Robert-Koch-Institutes in Berlin lebten Ende 2011 in Deutschland über 70.000 Menschen mit HIV und AIDS, davon 57.000 Männer und 13.000 Frauen.

Dank verbesserter Behandlungsmöglichkeiten und medizinischer Versorgungsstrukturen haben Menschen mit HIV eine höhere Lebenserwartung gewonnen. Menschen, die HIV-infiziert oder an AIDS erkrankt sind, befürchten und erfahren im Alltag aber auch heute noch Diskriminierungen, wodurch die Erfolge in der Behandlung für sie manchmal in den Hintergrund treten und ihre Lebensqualität wieder eingeschränkt wird. Oft ist auch die finanzielle Situation der Betroffenen sowie Nebenwirkungen der medikamentösen Behandlung ein Grund für psychische Belastungen.

Die häufigsten Gründe für eine Beratung in der AIDS-Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt in Hilfarth sind Fragen zur medizinischen Versorgung, sozialrechtlichen Ansprüchen, Probleme in der Familie oder Partnerschaft und mit diesen Themen verbundenen psychischen Belastungen. Besonders tragisch ist die Tatsache, dass immer noch ein erheblicher Anteil der HIV-Infektionen erst erkannt wird, wenn das Immunsystem bereits angegriffen ist.

In Informationsveranstaltungen weist die Beratungsstelle deshalb immer wieder auf die Möglichkeiten eines anonymen und kostenlosen HIV-Tests bei den Gesundheitsämtern hin. Auch niedergelassene Ärzte können durch eine höhere Aufmerksamkeit bei bestimmten Erkrankungen oder Beschwerden ihrer Patienten dazu beitragen, Spätdiagnosen und eine Weitergabe von nicht erkannten HIV-Infektionen zu verringern. Daher will die Beratungsstelle ihre Bemühungen zur Kooperation mit Ärzten im Kreis Heinsberg verstärken.

Diplomsozialpädagogin Renate Kaspar beschreibt die verschiedenen Tätigkeitsfelder, Angebote und Aktivitäten der Beratungsstelle im Kreis Heinsberg zog für die Beratungsstelle folgende Bilanz: Mit 260 Beratungskontakten 2011 ist die Anzahl der Kontakte etwas gesunken. Dadurch konnten die Präventionsangebote erweitert und ebenfalls in einem einwöchigen Schulprojekt mitgearbeitet werden.

Neben 72 schulischen Präventionsveranstaltungen organisierte die Beratungsstelle zudem Projekte zur Karnevals- und Urlaubszeit und zum Welt-AIDS-Tag.

Mit Aktionen wie dem Kondomführerschein oder Schutzengel-Projekten steht die sexuelle Ge-sundheit von Jugendlichen im Mittelpunkt. Die Aufklärungsarbeit wurde im vergangenen Jahr bei verschiedenen Anlässen auch wieder von Menschen unterstützt, die selbst infiziert sind. Ihnen ist es wichtig, Vorurteile und Ängste gegenüber Infizierten abzubauen und Jugendliche zu motovieren, den Schutz vor einer Ansteckung nicht zu vernachlässigen.

Bei den im Rahmen der psychosozialen Betreuung stattfindenden Hilfen für Infizierte handelt es sich, neben telefonischen, persönlichen und Beratungskontakten per E-Mail, um Hausbesuche, Begleitung zu Ärzten, Behörden und Krankenhäusern aber auch um finanzielle Hilfen. 2011 konnten fünf Personen, die sich in einer finanziellen Notlage befanden, über Spendeneinnahmen aus dem AIDS-Fonds der Arbeiterwohlfahrt unterstützen werden. Zusätzlich wurden fünf Anträge an die Deutsche AIDS-Stiftung gestellt.

„Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Beratungsstelle in diesem Jahr findet am Welt-AIDS-Tag, dem 1.Dezember, in der Kirche St. Gangolf in Heinsberg um 20 Uhr ein Benefiz-Konzert des Gospel-Chors RejoiSing aus Erkelenz statt”, so Renate Kaspar.

„Der Spendenerlös wird in den AIDS-Fonds der Beratungsstelle fließen, um weiterhin schnell und unbürokratisch in akuten Notsituationen vor Ort finanzielle Hilfe leisten zu können.”

Wer helfen und spenden will, kann dies unter: AWO Kreisverband Heinsberg. Kennwort AIDS-Fonds, Kreissparkasse Heinsberg, BLZ 31251220, Konto 2004646.

Zu erreichen ist der Aids-Beratungs- und Hilfsdienst der Arbeiterwohlfahrt in Hückelhoven, Bauerstraße 38, 02433/901730, Fax 02433/90144730, E-Mail: abhd@awo-hs.de

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