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Heinsberger Schießerei wird ans Landgericht übergeben

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Geilenkirchen. „Es wird sie nicht überraschen, dass wir das Verfahren an die Strafkammer am Landgericht Aachen abgeben”, verkündete Montagmittag Amtsgerichtsdirektor Helmut Bongartz den Beschluss des Schöffengerichts in der Sache „Schießerei mitten in Heinsberg”.

Es handele sich voraussichtlich nicht um gefährliche Körperverletzung, sondern eventuell um versuchten Totschlag. „Denn der 31-Jährige Angeklagte hat, von mehreren Zeugen unabhängig voneinander ausgesagt, gedroht, den Geschädigten umzubringen.”

Der Schlag des Angeklagten mit dem Radmutterschlüssel gegen den Kopf des Geschädigten sei durchaus geeignet, tödlich zu sein. „Und auch der ebenfalls angeklagte 39-jährige Bruder hat mit dem Schraubendreherstich in den Rücken des Geschädigten unterhalb des Schulterblatts einen Tötungsversuch begangen, wobei von ihm im Gegensatz zu seinem Bruder von Anfang an ein Geständnis vorliegt”, begründete der Richter die Abgabe des Verfahrens an das Landgericht.

Den entsprechenden Antrag zu diesem Beschluss hatte Staatsanwalt Bernhard Schubert gestellt. „Ich glaube, dass hier eine höhere Strafe als vier Jahre in Betracht kommt, denn es handelt sich nicht um gefährliche Körperverletzung, sondern versuchten Totschlag”, begründete der Staatsanwalt.

Ein Schlag mit voller Wucht auf den Kopf des Opfers mit einem Radmutterschlüssel sei ein Tötungsversuch, der im übrigen auch mehrfach verbal zum Ausdruck gebracht worden sei. „Ein Geständnis, das mich vielleicht dazu bewegt hätte, hier zu Ende zu verhandeln, habe ich von beiden Angeklagten nicht gehört.” Der Bruder des 31-jährigen Angeklagten habe mit einem Schraubendreher zugestochen. Ein solcher Stich sei eine lebensgefährliche Verletzung. „Hier eventuell von Hilfe für seinen Bruder oder gar von Notwehr zu sprechen, ist meilenweit entfernt.”

Ähnlich sieht es auch der Rechtsvertreter des Geschädigten, Thomas Heitzer. „Es ist nicht zu glauben, dass jemand so bewaffnet am helllichten Tag in ein solches Lokal, ein Eiscafe geht, wo sich ständig Kinder aufhalten.” Heitzer ist ebenfalls der Meinung, dass hier das Landgericht zuständig ist. Dagegen bat Jürgen Frese, Strafverteidiger des 31-jährigen Angeklagten, den Antrag der Staatsanwaltschaft abzuweisen. Noch deutlicher wurde Sabine Appel, Strafverteidigerin des 39-jährigen Angeklagten. „Hier davon zu sprechen, meilenweit von einem Geständnis entfernt zu sein, dafür habe ich kein Verständnis.” Den Stich mit dem Schraubendreher habe die Verteidigung nicht weg bekommen, deshalb könne man schon von einem Geständnis ihres Mandanten ausgehen. „Auch ich bitte, den Antrag der Staatsanwaltschaft abzuweisen.”

Zu Beginn des zweiten Verhandlungstages war zunächst der 39-jährige Geschädigte, der am ersten Verhandlungstag wegen eines Krankenhausaufenthaltes fehlte, als Zeuge gehört worden. „Ich habe damals bei herrlichem Wetter mit mehreren Personen im Eiscafe in Heinsberg gesessen, als der Angeklagte, mit einer Schusswaffe in der linken und einem Radmutterschlüssel in der rechten Hand bewaffnet das Eiscafe betreten hat.”

Er selbst habe das nicht gesehen, weil er mit dem Rücken zum Eingang gesessen habe. „Nachdem mich meine Freunde auf den Angeklagten aufmerksam gemacht haben, habe ich gefragt: Was willst du? Ich bring dich um, hat der Angeklagte geantwortet.” Danach habe der Angeklagte einmal geschossen, mit dem Radmutterschlüssel habe er zweimal auf seinen Kopf geschlagen. „Ich bin besinnungslos geworden und erst am nächsten Morgen gegen vier Uhr im Klinikum Aachen aufgewacht.”
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