Kreis Heinsberg - Heinsberger Initiative will gute Arbeit durch Mitbestimmung schaffen

Heinsberger Initiative will gute Arbeit durch Mitbestimmung schaffen

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Die Resonanzen aus der Belegschaft von Unternehmen sind positiv. Und auch mit Arbeitgebern werden erste Gespräche geführt.

Die im Laufe des vergangenen Jahres entstandene Heinsberger Initiative für Gute Arbeit durch Mitbestimmung, in der die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), die katholische Kirche (Pastoral in der Arbeitswelt), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eng zusammenarbeiten, will vor allem über die Möglichkeiten von Betriebsräten aufklären und über Tarifrechte informieren. Dies wurde am Donnerstag bei einem Pressegespräch in den KAB-Räumen in Gangelt-Birgden angekündigt.

Die Gewerkschaft NGG hatte mit Blick auf die Situation in Betrieben ihrer Branche im Kreis Heinsberg festgestellt, „dass es in vielen Unternehmen fast überhaupt keine Form von Mitbestimmung gibt und dass die Tarifgebundenheit nicht sehr ausgeprägt ist”, wie Peter Mogga, Geschäftsführer der NGG-Region Aachen, erklärte. Viele positive Möglichkeiten, die ein Betriebsrat biete, würden nicht ausgeschöpft, so Mogga. Wobei Johannes Eschweiler (Pastoral in der Arbeitswelt) betonte, dass es darum gehe, die bisher nicht genutzten Chancen, die sich beiden Seiten, Arbeitnehmern wie Arbeitgebern bieten würden, deutlich zu machen.

Hans-Werner Theis, DGB-Vorstandsmitglied im Kreis Heinsberg, bezeichnete die von der NGG angestoßene gemeinsame Initiative als „eine große Chance für die Region”. Angekündigt wurden vermehrt Aktionen vor Betrieben, wie sie zuletzt bereits an einzelnen Standorten von Unternehmen stattgefunden haben. Erhofft werden Ausstrahlungseffekte auf andere Branchen. Auch andere Einzelgewerkschaften sind ausdrücklich eingeladen, in der Initiative mitzuwirken. Sie will Arbeitnehmern Impulse zur Gründung von Betriebsräten vermitteln und bei Arbeitgebern für Offenheit gegenüber Betriebsräten werben.

Gleichfalls soll Arbeitgebern ans Herz gelegt werden, in einen Arbeitgeberverband zu gehen - mit Tarifbindung. Und der Appell an Arbeitnehmer lautet: „Organisiert Euch in Gewerkschaften!” Denn bei ­einem entsprechend hohen Organisationsgrad könne gegebenenfalls ein Tarifvertrag auf Unternehmensebene erkämpft werden, dies sei eine „Machtfrage”, so Mogga.

Gute Arbeit bedeute menschenwürdige Arbeit mit vernünftiger Bezahlung, formulierte Theis. So trete die Initiative für einen gesetzlichen Mindestlohn und gegen ausufernde Leiharbeit ein. Es gehe aber auch um Arbeitsbedingungen, um Arbeitsumfeld und Arbeitszufriedenheit, um Arbeitsbelastung und Arbeitszeiten, so Mogga. Mittlerweile sei Arbeit an Samstagen und Sonntagen von der Ausnahme oft zur Regel geworden, stellte Eschweiler fest. „Das kann so nicht richtig sein. Der Mensch muss wieder in den Mittelpunkt gerückt werden.” Die katholische Kirche stehe schon seit vielen Jahren an der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

„Druck wird immer größer”

Gertrud Grotthaus, Sprecherin der KAB im Bezirk Heinsberg, berichtete, so mancher stelle die Frage: „Gute Arbeit, gibt es die? Ich bin froh, dass ich überhaupt Arbeit habe.” Viele würden beklagen, dass der Druck immer größer werde. Grotthaus begrüßte die Erwerbstätigkeit von Frauen, aber andererseits höre sie auch immer wieder von Frauen: „Ich muss, sonst reicht es nicht...”
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