Kreis Heinsberg - Heiner Brand: „Leidenschaft macht Unmögliches möglich”

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Heiner Brand: „Leidenschaft macht Unmögliches möglich”

Von: disch
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Prominenter Gast bei der Kreissparkasse in Heinsberg: Handball-Bundestrainer Heiner Brand (2.v.r.) wurde begrüßt von den Vorstandsmitgliedern Dr.Richard Nouvertné (r.) und Hans-Josef Mertens (l.) sowie dem Bezirksstellenvorsitzenden des Steuerberaterverbandes, Richard Deussen. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Dr. Richard Nouvertné, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse, freute sich am Mittwochabend, „eine der herausragenden Persönlichkeiten des deutschen Sports” in der Filialdirektion der KSK in Heinsberg an der Hochstraße begrüßen zu dürfen: Handball-Legende Heiner Brand war zu Gast.

Der noch amtierende Bundestrainer, der sowohl als Spieler (1978) wie auch als Coach (2007) den Weltmeistertitel errang, war als Referent verpflichtet worden. Gebannt verfolgten die zu dieser Veranstaltung eingeladenen Steuerberater aus dem Kreis, aber auch zwei Handball-Landesliga-Teams (Damen vom TuS Oberbruch und Herren vom TV Erkelenz) den Vortrag von Brand, der zwar von einer Grippe geschwächt war, aber trotzdem seine Zuhörer zu fesseln vermochte. „Projekt Gold - durch Leidenschaft Unmögliches möglich machen”: So lautete der Titel des von eindrucksvollen Bildern begleiteten Vortrags. Nach Platz elf bei der WM im vergangenen Monat in Schweden mögen einige das Thema vielleicht als „nicht passend” empfinden, räumte Brand ein, aber die Aussagen hätten nach wie vor ihre Gültigkeit.

„Das Feuer in den Augen”

Heiner Brand blickte zurück auf seine Anfänge als Bundestrainer im Jahr 1997: „Ich will das Feuer in den Augen sehen”, habe er von den Spielern gefordert. Sie sollten sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Er wollte keine Egoisten. Er wollte vielmehr Spieler mit Fähigkeit zur Selbstkritik und mit professioneller Einstellung. Es gehe darum, dass die Spieler ihre individuellen Stärken für den größtmöglichen Erfolg des Teams einsetzen sollten.

Dabei handele es sich um einen Balanceakt: einerseits dem Spieler die Freiheit zu lassen, damit er seine Stärken entfalten könne, andererseits ihn einzuschränken, damit er sich in die Taktik der Mannschaft einfüge. „Passen die Spieler zusammen?” Dies ist für Brand eine wichtige Frage. Ein gutes soziales Klima trage zum Erfolg bei. „Es spielen nicht die Besten, es spielt die beste Mannschaft”, sagte Brand, auch wenn für einen Trainer natürlich zunächst einmal die Vorgabe gelte, aus den Besten ein Team zu formen.

„Hierarchie nicht ausgeprägt”

Der sympathische Bundestrainer mit dem markanten „Walrossbart” unterstrich die Bedeutung von erfahrenen Spielern, die über Bereitschaft zur Verantwortung und zur Führung verfügen und die auch als Vermittler zwischen Trainer und Spielern wirken sollten. Mit Blick auf den aktuellen WM-Auftritt der Nationalmannschaft stellte er fest: „Die Hierarchie war nicht ausgeprägt.” Aber ein Trainer könne keinen Führungsspieler machen oder bestimmen, er müsse sich herausbilden.

Seinen Führungsstil bezeichnete Brand als Mischung zwischen demokratisch und autoritär. Der Trainer müsse letztlich Entscheidungen durchsetzen, aber Kompromisse müssten nicht unbedingt ein Zeichen der Schwäche sein, sondern könnten auch Spieler motivieren - zum Beispiel, wenn sie nach einem Sieg in einem wichtigen Spiel ausnahmsweise mal bei einer Fast-Food-Kette essen gehen dürften...

„Mit aller Konsequenz wollen”

Eine klare, realistische Zielsetzung, gegenseitiges Vertrauen und beharrliches Streben nach Erfolg bezeichnete Brand als wichtig. Ausgewogen, sensibel und begründet müsse das Verhalten eines Trainers sein, andererseits müsse bei den Spielern der Leistungswille vorhanden sein. Dass Prämien motivierend sein könnten, bezweifelte er. Die innere Einstellung des Sportlers sei entscheidend. „Ein Sportler muss etwas mit aller Konsequenz wollen.” Leidenschaft mache Unmögliches möglich, könne das eigene Selbstvertrauen stärken und auch die Zuschauer begeistern, blickte er zurück auf den WM-Gewinn 2007 - „wie im Rausch”, sei das damals gewesen.
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