Heilerziehungspflege: Neuer Bildungsgang im Berufskolleg

Von: gs
Letzte Aktualisierung:
8400070.jpg
Im Berufskolleg Ernährung – Sozialwesen – Technik in Geilenkirchen: Lehrer Daniel Fries begrüßte die ersten Studierenden des neuen Bildungsganges „Heilerziehungspflege“. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. Zu Beginn des neuen Schuljahres ist im Berufskolleg Ernährung – Sozialwesen – Technik des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen mit der Fachschule für Heilerziehungspflege ein neuer Bildungsgang eingeführt worden.

Als Aufnahmevoraussetzungen werden ein Mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife) plus Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses plus Ausbildungsvertrag über drei Jahre mit einer Einrichtung der Behindertenhilfe plus Nachweis einer beruflichen Qualifikation. verlangt. Letzterer kann erbracht werden durch eine einschlägige Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer oder Fachhochschulreife nach Besuch der Fachoberschule oder der zweijährigen Höheren Berufsfachschule im Bereich Sozial- und Gesundheitswesen; zudem sind Einzelfallentscheidungen möglich.

16 Studierende aus dem Kreis Heinsberg und sechs aus der Städteregion Aachen sind die ersten, die in den Genuss dieser dreijährigen Ausbildung gelangen. „Wir freuen uns, diesen Bildungsgang anbieten zu können, weil wir der Meinung sind, dass damit die Ausbildungssituation in der Region gestärkt wird“, sieht Schulleiter Rolf-Dieter Crott das neue Angebot positiv.

„Ziel der Ausbildung ist der Erwerb einer beruflichen Handlungskompetenz, um selbstständig und eigenverantwortlich Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen, deren personale und soziale Identität und Integration durch Beeinträchtigungen oder Behinderungen erschwert ist“, erklärte Bildungsgangleiterin Doris Nowicki die Intention. Heilerziehungspfleger seien als Fachkräfte für die ganzheitliche Beratung, Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Behinderung aller Altersgruppen und aller Behinderungsformen tätig.

Ihre Aufgabe sei es, die Persönlichkeitsentwicklung, Bildung, Sozialisation und Rehabilitation der zu betreuenden Menschen zu fördern und sie zu ­einer möglichst selbstständigen Lebensführung im Alltag zu befähigen. Abhängig von der Ausprägung der Behinderung assistieren Heilerziehungspfleger den ihnen anvertrauten Personen in lebenspraktischen Bereichen, motivieren sie zu Freizeitbeschäftigungen und unterstützen bei der Grund- und Behandlungspflege.

Die Frauen und Männer erledigen organisatorische und verwaltungstechnische Arbeiten, beraten und unterstützen die Angehörigen und gesetzlichen Betreuer und arbeiten teamübergreifend mit anderen Berufsgruppen zusammen – unter anderem in Werkstätten und Tagesstätten für Menschen mit geistiger Behinderung, Wohngruppen, Wohneinheiten des betreuten Wohnens für Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung sowie integrativen Familienzentren beziehungsweise Kindertagesstätten.

Die praxisintegrierte Form wird über drei Jahre in Teilzeitform realisiert, wobei die theoretische Ausbildung am Berufskolleg in Geilenkirchen erfolgt – an zwei Tagen mit jeweils acht Unterrichtsstunden (nur im zweiten Jahr an drei Unterrichtstagen). Die praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten werden in den Einrichtungen der Eingliederungshilfe erworben. Der fachrichtungsbezogene Lernplan beinhaltet die Module „Theorie und Praxis der Heilerziehung“, „Gesundheit und Pflege“, „Psychiatrie“, „Organisation, Recht und Verwaltung“, Heilerziehungspflegerische Schwerpunkte wie kreativ-musischer, sprachlich-kommunikativer, gesundheits-bewegungsorienter und organisatorisch-technologischer Bereich. Neben verschiedenen Projektarbeiten kommt der Praxis in Einrichtungen der Behindertenhilfe eine besondere Rolle zu. Zudem gehört ein fachrichtungsübergreifender Lernteil zur Ausbildung.

Elf Studierende erfahren ihre praktische Ausbildung in den Gangelter Einrichtungen und fünf bei der Lebenshilfe Heinsberg, die anderen in Aachener Einrichtungen. In den zurückliegenden Jahren mussten die Teilnehmer der Fachrichtung Heilerziehungspflege immer bis nach Düsseldorf fahren. Für die neu am Berufskolleg in Geilenkirchen Angemeldeten ist der Weg jetzt weitaus kürzer.

„In diesem Jahr haben wir in unseren 25 Bildungsgängen rund 1000 Jugendliche neu aufgenommen“, freute sich Schulleiter Rolf-Dieter Crott. Die Zahl der Schüler liege im Berufskolleg Ernährung – Sozialwesen – Technik aktuell bei 2200, die von 118 Lehrkräften unterrichtet würden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert