Grundschulprojekt unterstützt zweisprachliche Entwicklung von Kindern

Von: Norbert F. Schuldei
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Hückelhoven. Wer sich einen Rucksack auf den Rücken schnallt, der macht sich in der Regel auf einen langen Weg. Wenn die Stadt Hückelhoven jetzt ein „Rucksackprojekt” an der Grundschule An der Burg als Pilotprojekt startet, dann ist man sich durchaus bewusst, einen weiten Weg vor sich zu haben.

Eingepackt hat man nämlich ein Konzept zur Sprachförderung für Migrantenfamilien. Dass ein solches Konzept nicht ruckzuck zum gewünschten Ziel führt, liegt in der Natur der Sache. Zumal die Stadt damit ganz neue Wege beschreitet: In Nordrhein-Westfalen gibt es nur an drei Grundschulen in Essen ein vergleichbares Projekt.

Für den Ersten Beigeordneten der Stadt ist es wichtig, dass die Initiative zu dem Pilotprojekt von den Eltern ausgeht: Die haben nämlich im Kindergarten bereits ausgesprochen positive Erfahrungen mit dem Rucksackprojekt gemacht und wollen dies jetzt an der Grundschule fortführen. „Die Schule hat mit fliegenden Fahnen mitgemacht”, sagte Helmut Holländer im Schulausschuss.

Auch Jugendamtsleiter Ralf Schwarzenberg ist von dem Projekt überzeugt: „Wir gehen davon aus, dass das Angebot ein Erfolg wird und sich lawinenartig auf die anderen Schulen im Stadtgebiet ausbreiten wird.” Das Angebot richtet sich an Eltern mit geringen deutschen Sprachkenntnissen und unterstützt gleichzeitig die zweisprachige Entwicklung der Kinder.

In der Praxis funktioniert das so: Der Lernstoff, den die Kinder morgens in der Schule auf deutsch bearbeiten, wird nach der Schule Zuhause in der Muttersprache - meist ist dies türkisch - von den Kindern zusammen mit ihren Müttern noch einmal nachbearbeitet. Die Kinder vertiefen also den Lernstoff, und die Mütter lernen mit ihren Kindern.

Fachliche Hilfe bietet dabei eine so genannte Elternbegleiterin. Die soll aus dem Kreis der Eltern angeworben werde, „spricht im Idealfall sowohl perfekt deutsch als auch türkisch und ist eine sozialpädagogische Fachkraft mit eigener Migrationserfahrung”, sagt Holländer. Diese Fachfrau betreut eine Gruppe von maximal zehn Kindern und Müttern und wird dafür von der Stadt selbstverständlich bezahlt.

Rund 200 Euro pro Monat und Gruppe, also 2400 Euro im Jahr wird das kosten. „So kann man mit einem kleinen Geldbetrag viel bewirken”, sagte Thomas Schnelle (CDU) und erntete damit bei den Mitgliedern im Fachausschuss über die Parteigrenzen hinweg Kopfnicken.
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