Grünes Licht für Baubeginn an der Erlenbacherstraße

Von: Rainer Herwartz
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Für den ersten Bauabschnitt hat die Stadt Heinsberg grünes Licht gegeben: Die Bauarbeiten auf der linken Seite der Erlenbacherstraße sollen noch im Dezember beginnen. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. „Ich bin sehr skeptisch”, hatte Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder noch im Juni letzten Jahres gesagt. Er werde sich die neuen Unterlagen genau anschauen.

Schließlich bedeute die Standsicherheit eines Hauses in der Straße nicht zwangsläufig die Standsicherheit eines anderen. Die Zweifel des Verwaltungschefs waren durchaus nachvollziehbar.

Schließlich mussten die marode wirkenden Altbauten an der Erlenbacher- und der Obernburgerstraße Anfang des Jahres 2010 von 41 Mietparteien in nur drei Tagen geräumt werden, weil angeblich ihre Standsicherheit gefährdet sei, wie der damalige Eigentümer, der Immobilienriese Gagfah, zur Begründung anführte. Und nun sollte das am Ende nur ein schlechter Witz gewesen sein? Die die Aixcellent-Immobilien GmbH & Co.KG aus Aachen, die die Gebäude im Januar 2011 von der Gagfah erstanden hatte, behauptete dies jedenfalls.

Als sich der geplante Abriss der Gebäude, die durch 23 Neubauten ersetzt werden sollten, mangels Kaufinteressenten als Flopp erwies, wie Arnold Bauens von der für die Projektleitung zuständigen ITS Concept Immobilien GmbH noch im Dezember letzten Jahres eingestand, war Plan B in den Fokus der Investoren gerückt - die Revitalisierung. Sprich Sanierung und Umgestaltung der bestehenden Häuser.

Auf einmal sollte von einer fehlenden Standsicherheit also keine Rede mehr sein? Die Stadt meldete hier Bedenken an und akzeptierte den Bauantrag der Aachener nicht ohne ein fundiertes Statik-Gutachten. Der Architekt des neuen Konzeptes mit barrierefreien Wohnungen, Oscar Müller aus Herzogenrath, hatte daraufhin für den ersten Bauabschnitt die statischen Berechnungen vorgenommen, die danach vom Büro Güldenpfennig in Aachen per Prüfstatik bestätigt wurden.

Dennoch habe sich die Stadt mit der Genehmigung lange Zeit gelassen, meinte Bauens am Montag gegenüber unserer Zeitung. Doch für die linke Seite der Erlenbacherstraße sei nun grünes Licht erteilt worden. „Der geplante Baubeginn ist noch im Dezember. Mit der Fertigstellung dieses ersten Bauabschnitts rechnen wird bis zum Sommer nächsten Jahres.”

Wenn alles glatt läuft, sollen innerhalb von zwei Jahren insgesamt etwa 60 Wohnungen entstehen. „Sie werden seniorengerecht umgebaut. Eine komplette Barrierefreiheit bekommen wir bei einem Objekt dieses Baujahres und Zuschnitts allerdings nicht hin.” So werde es zum Beispiel keinen Aufzug in den Gebäuden geben. Für Rollatoren oder Rollstühle gebe es aber genügend Bewegungsfreiheit in den Räumen.

Die neugestalteten Häuser sollen ein Wärmedämmverbundsystem erhalten und eine Wärmepumpe. Obwohl die Mietpreise derzeit noch kalkuliert würden, rechnet Bauens inklusive Heizung und Warmwasser mit rund sieben Euro pro Quadratmeter. „Wir werden versuchen, zum niedrigstmöglichen Preis die höchstmögliche Qualität zu liefern.” Der Wohnungszuschnitt richte sich weitgehend nach den Wünschen der zukünftigen Mieter. Eine Veräußerung komme jedoch nicht in Frage, da die Aixcellent-Immobilien GmbH & Co.KG Eigentümer der Gebäude bleiben möchte.

Es sieht also ganz danach aus, dass ein Heinsberger „Schandfleck”, wie ihn einst der Bürgermeister bezeichnete, nun doch bald Geschichte sein wird.
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