Gibt es am Ende eine kreisweite Musikschule für Heinsberg?

Von: disch
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Besichtigung vor Sitzung: Der Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus tagte in der Schrofmühle in Wegberg und wurde von Hausherr Dr. Ferdinand Schmitz (l.) durch die Mühle geführt. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Die Kreismusikschule war ein zentrales Thema, als der Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus jetzt in der Schrofmühle in Wegberg-Rickelrath tagte. Einerseits wurde die Entgeltordnung mit Wirkung zum 1. Januar 2013 geändert - mit Erhöhungen in einer Spanne zwischen 2,6 und 6,8 Prozent.

Andererseits stand wieder die Musikschullandschaft im Kreis generell im Blickpunkt: Wird es am Ende aller Überlegungen nur noch eine kreisweite Musikschule geben?

Die letzte Erhöhung der Entgelte war im Herbst 2009 erfolgt. Doch da die differenzierte Kreisumlage, die von den Städten und Gemeinden zu tragen ist, aus denen die Musikschüler kommen, von 2010 bis 2012 um 78.000 auf 478.000 Euro angestiegen ist und die Kommunen eine Obergrenze des Zuschussbedarfs in Höhe von 400.000 Euro anstreben, sollen die Musikstunden teurer angeboten werden.

Bei unveränderten Schülerzahlen und gleichem Unterrichtsumfang würden so zumindest circa 37.000 Euro an Mehreinnahmen erzielt. Musikschulleiterin Gerda Mercks sah die Notwendigkeit der Erhöhung ein, verwies aber darauf, dass die Kreismusikschule damit im Kreis mit Abstand die teuerste Musikschule werde.

Auch Dr. Christiane Leonards-Schippers (CDU) ­äußerte Bauchschmerzen: „Hoffentlich geht der Schuss nicht nach hinten los.” Bei Enthaltungen von Grünen und Linken gab es aber einstimmig grünes Licht für die Erhöhung.

„Wie entwickelt sich die Musikschullandschaft?” So lautete die Frage in einer Schlagzeile im vergangenen Herbst. Eine Analyse sollte als Gutachten auf den Weg gebracht werden. Doch da die Kosten für die Beratungsleistungen - statt erwarteter 10.000 Euro - doch 20.000 Euro betragen sollten, nahm der Kreis erst einmal Gespräche mit den Städten Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg auf.

Erkelenz trägt die Hauptkosten der Kreismusikschule. Außerdem gibt es die Musikschule Geilenkirchen (bezuschusst von der Stadt) und die Jugendmusikschule Heinsberg (finanziell getragen von der Stadt). Überlegungen zu einer Zusammenführung der Musikschulen hatte die Stadt Erkelenz ausdrücklich begrüßt, aber auch den Blick nach Geilenkirchen und Heinsberg gerichtet: „Wenn von dort keine Bereitschaft besteht, sind weitere Überlegungen sicher nicht zielführend.”

Eine Beteiligung der Stadt Geilenkirchen macht aus deren Sicht nur dann Sinn, „wenn der städtische Zuschussbedarf pro Schüler bei gleichbleibender Ausbildungsqualität erheblich sinkt”. Die Stadt Heinsberg sieht realistische Möglichkeiten der Zusammenführung.

Voraussetzung sei aber, dass Planungssicherheit durch eine adäquate Finanzausstattung für die neu zu bildende Einrichtung geschaffen wird. Dies sei nur dadurch zu gewährleisten, dass der Kreis und alle kreisangehörigen Kommunen die Finanzierung über die allgemeine Kreisumlage mittragen.

„Schon das äußerst heterogene Musikschulangebot in den zehn kreisangehörigen Kommunen lässt erkennen, dass Möglichkeiten der Optimierung im Kreis Heinsberg durchaus gegeben sind”, so die Position der Kreisverwaltung. Eine wirklich kreisweit ausgerichtete Musikschule würde zwangsläufig zu einer Umschichtung der Kostenstrukturen führen und alle Kommunen tangieren.

Da dem Kreis an einer Lösung im Konsens mit allen Städten und Gemeinden gelegen sei, solle eine eventuelle Auftragsvergabe zur Erstellung einer Analyse der Musikschullandschaft von einer Meinungsbildung innerhalb Hauptverwaltungsbeamtenkonferenz abhängig gemacht werden. Diese Position der Verwaltung nahm der Ausschuss zustimmend zur Kenntnis.
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