„Gewinnen tun sie alle” beim Lebenshilfe-Sport

Letzte Aktualisierung:
Mutiger Sprung in die Tiefe: M
Mutiger Sprung in die Tiefe: Marlis Meuser, eine Teilnehmerin der Schwimmgruppe der Werkstatt für behinderte Menschen in Heinsberg.

Kreis Heinsberg. Die Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Heinsberg bietet nicht nur Arbeitsmöglichkeiten an. Es gibt ebenso zahlreiche Sport-, Therapie-, Bildungs- und Kulturangebote, um Menschen mit Behinderung individuell zu fördern und im Sinne der Inklusion eine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.

So gibt es im Werkstattbetrieb 3 in Heinsberg eine Turn- und eine Schwimmgruppe, deren Teilnehmer behutsam an mögliche Ziele herangeführt werden.

„Zuerst hatte ich überhaupt keine Lust auf Turnen und habe immer Ausreden gesucht, um nicht mitzumachen. Aber mittlerweile macht es Riesenspaß. Ich bin richtig fit und es geht mir gut.” Andrea Weschke ist eine von zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Turngruppe des Werkstattbetriebs. Sie berichtet begeistert vom wöchentlichen Turnen.

Seitdem sie die Übungen mitmache, fühle sie sich viel besser als vorher. Sie hat abgenommen und ihre Essgewohnheiten verändert. Seitdem sie Sport treibt, empfindet sie ihren Körper ganz anders. „Am Anfang hatte ich Angst, ich könnte manche Übungen nicht schaffen. Aber nach und nach klappte es immer besser. Und heute kann ich fast alle Übungen alleine bewältigen. Ich kann nur jedem empfehlen, hier mitzumachen!”

Anke Schmitz, die Leiterin der Gruppe, hat einen Parcours aus verschiedenen Geräten wie Fahrrad, Laufband oder Rudergerät entwickelt. Je nach körperlicher Verfassung führt sie die Gruppenmitglieder behutsam an die Aufgaben heran: „Jeder hat ein eigenes Ziel, das es zu erreichen gilt. Ängste müssen überwunden werden und die kleinsten Fortschritte haben große Wirkung.Es ist ein schönes Gefühl, wenn man sieht, wie begeistert die Einzelnen mitmachen und wie stolz sie schließlich auf ihre erbrachten Leistungen sind.”

Anke Schmitz bietet auch an zwei Stunden in der Woche Leistungsschwimmen an, das die Wassergymnastik abgelöst hat. Es wird geschwommen, getaucht, vom ­Beckenrand oder Sprungbrett gesprungen. Auch da ist die Überwindung von Ängsten ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Ziel: Die einen machen das Seepferdchen-Schwimmabzeichen, die anderen das Bronze-, Silber- oder Gold-Schwimmabzeichen und einige sogar das „Totenkopf”-Schwimmabzeichen.

„Menschen ohne Behinderung können sich manchmal gar nicht vorstellen, wie schwer es für einige aus der Gruppe ist, vom Beckenrand zu springen oder den Kopf unter Wasser zu tauchen.” Keiner aus der Gruppe lacht den anderen aus, wenn er mit wackligen Beinen am Beckenrand oder auf dem Sprungbrett steht und ins Wasser springen soll, „sondern häufig fließen sogar Freudentränen und alle jubeln, wenn wieder einmal einer aus der Gruppe etwas Besonderes geschafft hat”, so Anke Schmitz. „Gewinnen tun sie alle.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert