Gerderather Hilfe findet Nachahmer

Von: hewi
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Auch bei dem liebevoll „Pomme
Auch bei dem liebevoll „Pommesbude” genannten orange-gelben Krankentransportwagen läuft ohne Sprit nichts. Selbst in Griechenland nicht...Repro: Wichlatz

Erkelenz. Im November erregte der Gerderather Feuerwehrmann Ralf Grzelka Aufsehen, als er einen ausrangierten Rettungstransportwagen der Feuerwehr auf die griechische Mittelmeerinsel Karpathos brachte.

Dort wurde er dringend benötigt, um die Inselfeuerwehr auszurüsten und neu aufzubauen. Damals hoffte Grzelka, dass seine Aktion Nachahmer finden würde. Die sind zwischenzeitlich auf Karpathos eingetroffen, und zwar in Form eines orange-gelben Krankentransportwagens der Marke Chevrolet - liebevoll auch „Pommesbude” genannt.

Organisiert und transportiert wurde die Spende von den Brüdern Miel und Alex van der Wegen aus Tilburg, die der Insel ebenfalls durch viele Urlaube zugetan sind. Von dem „verrückten Deutschen” und seiner Tour mit dem Rettungswagen hatten die beiden schon gehört und setzten sich auch mit Grzelka in Verbindung. „Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden”, erinnert der sich. Auf seine Erfahrungen mit der Überführung eines Rettungswagens nach Griechenland konnten sie aufbauen.

Hundert Kilometer Umweg

So nahmen auch sie lieber einen Umweg von über hundert Kilometern in Kauf, um den Wagen nicht durch die Schweiz fahren zu müssen. Das hätte nämlich viel Papierkram und Gebühren bedeutet, da der Wagen zuerst aus der EU aus- und dann wieder eingeführt werden müsste. Am Samstag trafen sie sich in aller Herrgottsfrühe auf der Raststätte „Bergisches Land” an der A 61. Dort wurden noch Ausrüstungsgegenstände und Lehrmaterial sowie eine Übungsrettungspuppe eingeladen, bevor sich die beiden Brüder auf den beschwerlichen Weg machten.

„Sie haben von Nebel und Schnee bis Glatteis und Sturm alles mitgemacht, was eine Fahrt interessant macht”, erklärt Grzelka auf Nachfrage, der telefonisch ständig in Kontakt zu den beiden stand. Am Mittwoch, 25. Januar, trafen sie mit der Fähre auf Karpathos ein, wo der Krankentransportwagen nun offiziell übergeben wird. Auf der Insel bleibt er aber nicht lange, denn wie sein deutscher „Kollege” muss er nun nach Athen gebracht werden.

Dort werden die beiden Fahrzeuge vom Gesundheitsministerium auf Herz und Nieren geprüft, bevor sie offiziell als Transportfahrzeuge im Rettungswesen für Griechenland zugelassen werden. Im Gepäck hatten Miel van der Weg, der in Tilburg als Leiter des Rettungsdienstes arbeitet, und sein Bruder auch Schulungsmaterialien aus Erkelenz, das im Mai benötigt wird.

Grenzübergreifende Aktion

Denn vom 15. bis 22. Mai rücken Grzelka und sein Kollege Brandoberinspektor Christian Lambertz mit sechs Kameraden aus Erkelenz an, um im Rahmen der Grundausbildung der griechischen freiwilligen Feuerwehr eine Schulungseinheit durchzuführen. Auch daran werden sich die Tilburger mit zwei Lehrrettungsassistenten teilnehmen.

„So entwickelt sich die Karpathos-Hilfe langsam zu einer grenzübergreifenden Aktion”, freut sich Grzelka. Er selbst rührt von Deutschland aus weiterhin die Werbetrommel auf der Mittelmeerinsel, um Freiwillige für den Rettungs- und Feuerwehrdienst zu finden und ein Netzwerk aufzubauen. Mit den beiden modernen und voll ausgestatteten Fahrzeugen haben Grzelka und die van der Wegs den Grundstein für den Aufbau einer freiwilligen Feuerwehr gelegt.
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