Gemeinderatssitzung: Diskussion um Coach für Gangelts Bauhof

Von: dawin
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Lange Mängelliste: Um die Probleme rund um den Bauhof in Gangelt zu beseitigen, ist seit August ein Coach im Einsatz. Seine Aufgabe: Optimieren und Gestalten von Abläufen. Foto: J.Mönch
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Geehrt: Bürgermeister Bernhard Tholen zeichnete Heinz Huben (UB, m.) für 25-jähriges Engagement im Rat mit dem Ehrenring aus. Jos Meertens (CDU) schied nach zehn Jahren aus der Vertretung aus. Foto: dawin

Gangelt. Die zwölf Tagesordnungspunkte im Gemeinderat Gangelt an sich waren zügig abgehandelt. Diskussionsstoff bot indes erwartungsgemäß die Anfrage der Freien Wähler zum Thema Bauhof-Coach, der seit August in Gestalt des ehemaligen Waldfeuchter Bürgermeisters Johannes von Helden existiert.

In seinen Antworten stellte Beigeordneter Gerd Dahlmanns klar, dass von Helden keineswegs Mitarbeiter der Verwaltung sei, sondern auf Grundlage eines Honorarvertrages tätig sei. Er solle den Betrieb optimieren und wirtschaftlich gestalten, dazu bedürfe es Analysen und Untersuchungen von Abläufen. Am Ende sollen dann konkrete Empfehlungen für die Arbeit der Bauhof-Mitarbeiter stehen.

„Die Untersuchungen sind äußerst zeitaufwendig und deshalb von der Verwaltung nicht zu leisten, außerdem setzen sie eine gewisse Qualifikation voraus“, verteidigte Dahlmanns die Stelle des Coachs, der – wie auch in vielen Unternehmen üblich – beratende Funktion habe.

Auch auf den Leiter des Amtes für Bauen und Planen, der sich zudem neben den Bauhof-Arbeiten auch um viele weitere Arbeitsfelder zu kümmern habe, sei die Arbeitsbeschreibung eines Coachs nicht zugeschnitten. Der Vertrag mit von Helden sehe maximal 250 Arbeitsstunden vor, sei aber auf jeden Fall – auch wenn diese Stundenzahl nicht erreicht werde – spätestens zum 31. Dezember 2014 beendet. Jede Seite habe jederzeit das Recht, den Vertrag zu kündigen.

Helga Heinen (FW) kritisierte den Umstand, dass die Verwaltung nach der Analyse des Gemeindeprüfungsamtes (GPA), das im Juli 2012 den Bauhof unter die Lupe genommen hatte, nicht mit der Mängelbeseitigung begonnen habe. Die Untersuchung damals habe bereits die Gemeinde Geld gekostet – und nun werde für den gleichen Zweck wieder Geld ausgegeben.

Bürgermeister Bernhard Tholen betonte, dass das GPA nicht beauftragt worden sei, sondern eine für die Gemeinde (kosten-)pflichtige Aufgabe erfüllt habe. Tholen musste jedoch einräumen, dass in den vergangenen zwei Jahren einiges, aber längst nicht alles auf der Mängelliste abgearbeitet worden sei. Roger Schröder (UB) monierte auch, dass im GPA-Bericht festgestellt worden sei, dass es für den Bauhof kein Konzept gebe, und nach zwei Jahren sei noch immer nichts passiert.

Dem Vorwurf aus FW-Reihen, der Schwarze Peter werde nun auf den Bauhof geschoben, hielt Tholen entgegen: „Um das alles in den Griff zu bekommen, muss man viel Zeit haben, Zeit, die aber keiner von uns hat. Keiner hier, weder im Bauhof noch in der Verwaltung, kann sich hinsetzen und beispielsweise ausrechnen, wie viel Quadratmeter Beete in Hastenrath oder sonstwo gepflegt werden müssen.“ Jetzt gelte es, die Fehler abzustellen und Vollgas zu geben. Deshalb habe man den Bauhof-Coach als externen Sachverstand eingekauft.

Hans-Günther Heinen (FW) wetterte Richtung CDU-Fraktion, die mit ihrem Drängen auf saubere Verhältnisse im öffentlichen Bereich die Diskussion befeuert hatte: „Die kollektive Dresche auf den Bauhof ist damit noch nicht ausgeräumt.“ CDU-Fraktionschef Karl-Heinz Milthaler erwiderte: „Wir haben den Bauhof nicht verbal angegriffen, sondern lediglich Missstände aufgezeigt und dabei Beschwerden von Bürgern sogar im Zitat wiedergegeben.“ Immerhin sei in den vergangenen Wochen so viel passiert wie zuvor nicht. „Das Ergebnis ist wichtig.“

Zustimmung bei Gebühren

Die Änderungen der Gebührensatzungen zu Abwasser, Müll und für Feuerwehreinsätze in der Gemeinde Gangelt sowie das künftige Wertmarkensystem für Sperrmüll und Grünschnitt fanden – wie schon im Haupt- und Finanzausschuss – auch im Gemeinderat volle Zustimmung. Mehrheitlich abgesegnet wurden auch die Bebauungspläne „Hinter dem Kamp“ in Hastenrath, „Hinter der Kirche“ in Schierwaldenrath und „Im Kranzfeld“ in Kreuzrath.

Bedenken hatten die Freien Wähler beim Schierwaldenrather Neubaugebiet. Sie befürchten, dass durch die Errichtung eines Regenrückhaltebeckens die Fundamente der nahen Kirche feucht werden könnten, sie votieren gegen den Bebauungsplan. Roger Schröder (UB) brachte Bedenken gegen das Kreuzrather Baugebietes vor. Dort würden Anwohner, die sich durch die Pläne beeinträchtigt sehen, juristische Schritte erwägen. UB und FW enthielten sich der Stimme.

Formalie am Rande der Tagesordnung: Heinz Huben (UB) wurde für sein 25-jähriges Engagement als Ratsmitglied mit dem Ehrenring der Gemeinde ausgezeichnet. Zugleich wurde Jos Meertens (CDU) als Ratsmitglied verabschiedet; er gehörte zehn Jahre der Gangelter Gemeindevertretung an und hatte bei der Kommunalwahl nicht wieder kandidiert.

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