Gedenkfeier: Die Erinnerung schafft Erlösung

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Diese Personen gestalteten in Hückelhoven die Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus. Foto: Koenigs

Hückelhoven. „Das Geheimnis der Erlösung ist die Erinnerung”, dieses jüdische Sprichwort stand in der Einladung zur Gedenkfeier an die Opfer des Nationalsozialismus im Atrium des Gymnasiums, die dort nun schon traditionell stattfindet.

Diesmal konnte Hans-Jürgen Knubben, Sprecher der Pax Christi-Gruppe Hückelhoven, die sich für die Gedenkfeier seit vielen Jahren einsetzt, insbesondere viele Jugendliche begrüßen, welche die Feier aktiv mitgestalteten. Neben Pax Christi hatten der Bürgermeister und die evangelischen und katholischen Pfarrgemeinden eingeladen; und viele waren der Einladung gefolgt.

Knubben sagte in seiner Begrüßung, dass es neben Gedenken und Erinnern an die Opfer am allerwichtigsten sei, „der jungen Generation den Blick zu schärfen, woran Rassismus in den Anfängen zu erkennen ist, denn im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit kommt es vor allem auf rechtzeitige Gegenwehr an”.

Bürgermeister Bernd Jansen hob in seiner Ansprache hervor, dass es bei dieser Feier um mehr gehe als um ein Ritual, dass gerade jungen Menschen deutlich gemacht werden müsse, „in welches Grauen eine menschenverachtende Rassentheorie münden musste, wie erbarmungslos die Brutalität der Täter und ihrer Vernichtungsapparate war, wie Ignoranz und Gleichgültigkeit, aber auch die verständliche Furcht der Massen die Verbrechen erst möglich gemacht haben und wie unermesslich das Leid der Opfer gewesen ist.”

Hans Latour las aus einem Gedicht des Pax Christi-Mitglieds Frank Joussen, der darin mit großer Betroffenheit seine Eindrücke von einem Besuch in Auschwitz beschrieben hat: „Ich versuche zu beten, wenn ich hier aufhöre damit, höre ich für immer auf.”

Die Fahrt nach Ausschwitz

Die Schüler Fatih Canakci, Katharina Zöller und Georgina Schmitz aus der Jahrgangsstufe 13 des Gymnasiums Hückelhoven berichteten von einer Fahrt nach Auschwitz sowohl über ihr Erschrecken über die dort verübten Verbrechen als auch über ihre Wut darüber.

Und sie zeigten Fotos von Haaren, Koffern, Schuhen und das Foto eines im Lager gefolterten nun alten Mannes, den sie interviewt hatten und der von den Qualen berichtete, die er erdulden musste. Er hatte auf die Frage, woher er die Kraft habe, weiter zu leben geantwortet: „Mein Glaube an Gott, an das Jenseits und die Gerechtigkeit gab mir die nötige Stärke, die Kraft zu leben und auch den Willen, die Freude am Leben wiederzugewinnen.”

Dominik Soto-Perez und Michael Liebert aus der Jahrgangsstufe 9 der Hauptschule In der Schlee zeigten mit ihrer Kurzgeschichte „Spaghetti für zwei”, wie sich durch Vorurteile, Unwissenheit und missglückte Kommunikation Aggressionen aufbauen können und wie sie eben durch gelungene Kommunikation vermieden werden können. Mit ihrer spannenden und humorvollen Geschichte hatten die Jugendlichen, ohne den Namen Auschwitz zu erwähnen, einen Kern des Problems getroffen. Jost Mattar (Fagott) und Rainer Kind (Klavier) brachten mit Musik von J. Matteson, einem Zeitgenossen J.S. Bachs, und von Bach selber Zeit fürs Nachdenken und Meditieren ins Programm.
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