Gas: Keine geologischen Bohrungen im Kreis

Von: disch
Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. „Geologische Probebohrungen im Kreis Heinsberg“ waren das Thema einer Anfrage von der Kreistagsfraktion der Partei Die Linke. Es ging um Gerüchte, nach denen es im Kreis Heinsberg angeblich Probebohrungen vor dem Hintergrund einer möglichen späteren Gasgewinnung nach der umstrittenen Frackingmethode gegeben haben soll.

Dabei – so besagten die Gerüchte – seien Tausende Liter kontaminierten Wassers ins Erdreich gelangt. Tausende Liter Chemikalien seien in ein Bohrloch in der Nähe von Heinsberg-Schleiden gepresst worden. Die Linken machten sich auf jeden Fall „große Sorgen“ und zeigten sich außerordentlich beunruhigt, da nach den jetzigen technologischen Erfahrungen und Erkenntnissen bei einer Gasförderung nach dieser Methode große Gefährdungen für die Umwelt, besonders jedoch für das Trinkwasser bestehen würden.

Rückfrage bei Bezirksregierung

Deshalb stellte die Fraktion der Linken eine Anfrage an Landrat Stephan Pusch, die dieser nach Rückfrage bei der für das Aufsuchen und Gewinnen von Bodenschätzen in Nordrhein-Westfalen zuständigen Bezirksregierung Arnsberg im Kreistag beantwortete.

Die Linke fragte: Wurden auf dem Territorium des Kreises Heinsberg geologische Bohrungen mit dem Ziel der Gasförderung nach der Frackingmethode getätigt?

Der Landrat antwortete: In den beiden den Kreis Heinsberg überdeckenden Aufsuchungsfeldern Saxon 2 (Rechtsinhaber Dart Energy Europe Ltd., Sterling GB) und Rheinland (Rechtsinhaber Wintershall Holding GmbH, Statoil Deutschland Hydrocarbons GmbH) fanden in den zurückliegenden Jahren keinerlei konkrete Aufsuchungsaktivitäten durch geologische Bohrungen mit dem Ziel der Gasförderung nach der Fracking-Technologie statt.

Die Linke fragte: Wurden andere geologische Bohrungen durchgeführt, die den Schluss zulassen können, dass es sich tatsächlich um die Erkundung von Gaslagerstätten handelte?

Der Landrat antwortete: Andere geologische Bohrungen, die den Schluss zulassen können, dass diese zur Erkundung von Gaslagerstätten dienen, sind weder der Bezirksregierung Arnsberg noch der Kreisverwaltung bekannt. Anzumerken ist hier, dass der Geologische Dienst NRW, Krefeld, für seine Aufgaben (zum Beispiel Erstellung von Schichtenverzeichnissen oder bodenkundliche Untersuchungen) regelmäßig im Kreisgebiet Erdbohrungen durchführt, die jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Aufsuchen von Bodenschätzen stehen.

Die Linke fragte: Gab es beziehungsweise gibt es Anfragen oder Anträge, solche Bohrungen durchführen zu wollen?

Der Landrat antwortete: In den zurückliegenden Jahren wurden bei der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg weder Anträge gestellt noch Genehmigungen durch diese erteilt, die dazu dienen sollten, konkrete Aufsuchungsaktivitäten in den beiden den Kreises Heinsberg überdeckenden Aufsuchungsfeldern durchführen zu dürfen. In diesem Zusammenhang wird von der Bezirksregierung Arnsberg auf den geltenden gemeinsamen Erlass des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr NRW und des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz NRW vom 18. November 2011 hingewiesen. Dieser legt für NRW fest, dass jegliche Anträge für konkrete Aufsuchungstätigkeiten im Zusammenhang mit der Anwendung der Fracking-Technologie zur Erdgassuche und -gewinnung derzeit nicht entscheidungsfähig sind. Das bedeutet, dass die Bezirksregierung Arnsberg über derartige Anträge keine Entscheidung trifft und grundsätzlich an den Antragsteller zurückweist.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert