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„Gardening”: Am Wochenende kleine Paradiese besuchen

Von: defi
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Das Gartenreich von Susanne un
Das Gartenreich von Susanne und Stefan Marx in Birgelen suchten zur „Offenen Gartenpforte 2012” viele Gartenliebhaber auf. Susanne Marx (r.) führte die Gäste. Fotos (2): defi Foto: defi

Kreis Heinsberg. „Gardening” nennen es die gartenverrückten Engländer, wenn sie den Garten hinter ihrem Cottage in ein kleines Paradies verwandeln. Über Belgien und die Niederlande hat sich der Gartenvirus inzwischen auch bei uns verbreitet.

Einige Gartenliebhaber, die es im Gardening schon weit gebracht haben, öffneten am Wochenende ihre „Paradiese” zur „Offenen Gartenpforte 2012”. Susanne und Stefan Marx aus Wassenberg-Birgelen waren zwei von ihnen; Helga und Heinz Frenken aus Heinsberg-Karken zwei weitere. Alle vier waren sich nach vielen Gesprächen mit ihren Besuchern einig: Gartenliebhaber sind nette Leute.

An der Rosenthaler Straße in Birgelen wohnen Susanne und Stefan Marx. Ihr Vorgarten ist schon hübsch, lässt den Gartentouristen, der erstmals die Marxsche Gartenpforte durchschreitet aber vollkommen unbedarft in das hinein stolpern, was ihn auf 1800 Quadratmetern Gartenreich hinterm Einfamilienhaus erwartet. „Oh ja, schön” denkt man beim ersten Blick. Der fällt auf einen runden gemauerten Sitzplatz, der mal ein Pool war, und dieses „Oh ja, schön” wiederholt sich hinter jeder Wegbiegung bis in die Tiefe des 13 Meter breiten und 70 Meter langen Gartens bei jedem neuen Ein- oder Durchblick, etwa durch eine kreisrunde Öffnung in einer Hecke. Aus den alten Steinen eines Abbruchhauses hat Stefan Marx eine kleine „Schlossruine” aufgebaut zu einem Grill. Ein romantischer Hingucker und nützlich, Marx: „Nur Garten ist auch nix.” „Woher nehmen Sie die Ideen?”, werden die beiden oft gefragt. Stefan Marx lacht: „Das weiß ich auch nicht!” Und Ehefrau Susanne gibt zu: „Ich war schon immer ein kreativer Kopf.”

Mit dem Schössling eines Walnussbaums hatte alles angefangen. Er war das Geschenk eines Nachbarn gewesen. Rasenfläche und Thujas waren, als die Familie Marx ihr neues Zuhause 1994 bezogen hatte, die einzige Gartenzier gewesen. „Wir sind halt so, dass wir gerne Sachen recyceln”, erinnert sich Susanne Marx an die Anfangsjahre, „das kommt sehr gut an bei den Leuten.”

„Wenn ich erzähle, dass wir ein altes Sägeblatt in unserem Garten haben, finden das manche komisch”, freut sich Stefan Marx über die erstaunten Gesichter derer, die dann erkennen, wie harmonisch sich solch ein Fundstück zwischen den Stauden ausmacht. Skulpturen von Jo Nickes hatte das Ehepaar Marx extra für die Besucher der Offenen Gartenpforte aufgestellt. Susanne Marx: „Ich finde Kunst und Garten ergeben eine sehr gelungene Symbiose.” Und die Besucher fühlen sich wohl. Susanne Marx: „Wir haben schon richtige Fans, die kommen immer wieder und bleiben oft Stunden bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee. Wenn wir an Feng Shui glauben würden, würde ich sagen, wir haben hier einen guten Energiefluss.”

Auch im Gartenreich von Helga und Heinz Frenken in der Hirtstraße in Karken hat sich wie in Birgelen über viele Jahre hinweg ein Garten entwickelt, der nicht nur für die Besitzer, sondern auch für die Besucher ein besonderer Ort ist. Die große Buche im Zentrum des Gartens hatte Helga Frenken aus einem Kern selbst gezogen. Damals bot der Garten hinterm Haus der Frenkens, das, was damals gefragt war: Rasen und ein Sandkasten für die Kinder. Entstanden sind in den folgenden 30 Jahren auf 1600 Quadratmetern mehrere „Gartenzimmer”. Helga Frenken: „Ich versuche zwar immer jedes Gartenzimmer in einer Farbe zu halten, doch das gelingt nicht immer. Da säen sich Blumen selbst aus und dann denke ich, gut - da gehören sie dann wohl hin.” Der Heckenschnitt steht an und die vielen Meter Buchsbaum zwischen den „Gartenzimmern” werden Helga Frenken, Ehemann Heinz ist für den Rasen zuständig, einige Zeit auf Trab halten.

Zur Gartenpforte war Gunda Riße aus dem Emsland zu Gast. Mit einer Freundin aus Geilenkirchen ging sie auf Gartentour. Riße: „Das ist wirklich wunderbar hier, ich hatte auch mal ein Haus mit Garten. Da kann man abschalten und die Natur genießen.” „Ich brauch mal was für die Seele”, habe, so Helga Frenken, eine Besucherin immer gesagt, wenn sie den Garten in Zeiten aufsuchte, wo es ihr nicht so gut gegangen sei. Susanne Marx, die mit ihrem Mann viele Gärten bei den Offenen Gartenpforten der Nachbarn besucht hat: „Das was die Engländer, Niederländer und Belgier beim Gärtnern machen ist schon Bundesliga, da spielen wir bei uns noch in der Kreisliga.” Und sie fügt hinzu: „Zur Gartenpforte kommen auch Menschen zu uns, die Jahrzehnte Gartenerfahrung haben, das ist einfach schön.”

Besuche bei einigen Gartenbesitzern aus dem Kreisgebiet noch möglich

Auch in diesem Jahr sind wieder einige Gartenbesitzer aus dem Kreisgebiet an der Aktion „Offene Gartenpforte” beteiligt und laden zum Besuch ein:

Bustin, Selfkant-Schalbruch, Schulstraße 40: Verträumter Garten mit ausgefallener Bepflanzung und künstlerischen Überraschungen; Termine: Samstag, 16. Juni, Sonntag, 17. Juni, 11 bis 18 Uhr.

Helga und Heinz Frenken, Heinsberg-Karken, Hirtstraße 61: Staudengarten, Formgarten, Teich, Obstwiese, Sitzplätze, Gartenzimmer; Termine: Samstag, 19. Mai, 16. Juni und 21. Juli, 10 bis 16 Uhr, Sonntag, 20. Mai, 17. Juni, 22. Juli, 11 bis 16 Uhr.

Fred und Gitta Huppertz, Wegberg-Klinkum, Am Buschfeld 12: Abwechslungsreicher Garten, Teich, Springbrunnen, Japanischer Garten, Rhododendren und Azaleen, Hortensien, Blockhütte, Sitz- und Ruhezonen, Wintergarten, Gartendeko und Nutzgarten; Termine: Samstag, 19. Mai, Sonntag, 20. Mai, 11 bis 18 Uhr.

Kubatta/Storms, Erkelenz, Aachener Straße 118: Stadtnaher Lebensraum für Mensch und Tier, Naturteich, Sommerblumen, Kräuter, Gemüse und Salat in Hochbeeten, Rasenfläche mit Gänseblümchen und Klee; Termine: Samstag, 21. Juli, Sonntag, 22. Juli, 10 bis 17 Uhr.

Stefan und Susanne Marx, Wassenberg-Birgelen, Rosenthaler Straße 22: Moderner Landhausgarten, Teiche, Stauden, Tiere, Sitzplätze, Hochbeete, Gemüse, Bauerngarten; Termine: Sonntag, 20. Mai, 17. Juni, 10 bis 18 Uhr.

Wolfgang und Gerda Peters, Hückelhoven-Hilfarth, Rurbrücke 14: Gartenparadies mit künstlerischem Flair, Buchsbaum, Teichanlage und Sitzmöglichkeiten; Termine: Samstag, 19. Mai und 16. Juni, 13 bis 18 Uhr, Sonntag, 20. Mai und 17. Juni, 10 bis 17 Uhr.

Schlicher, Gangelt-Schierwaldenrath, Klein Feldchen 12: Naturnaher Sammlergarten, Stauden, Gehölze, Rosen, Päonien, Teiche sowie Küchen- und Heilkräuter. Termine: Samstag, 19. Mai, 16. Juni, 21. Juli, und Sonntag, 20. Mai, 17. Juni und 22. Juli, 11 bis 18 Uhr.
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