Erkelenz - G8: Lernstoff wird im neuen Jahr entschlackt

G8: Lernstoff wird im neuen Jahr entschlackt

Von: hewi
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Für die Schüler soll durch die Zeitverkürzung bis zum Abitur kein Nachteil entstehen. In den Kernfächern wird es daher zum Beispiel am Cusanus-Gymnasium Vertiefungskurse geben.

Erkelenz. Auf die Gymnasien kommt im neuen Schuljahr eine wichtige Aufgabe zu. Mit der bundesweiten Einführung von G8 - also dem Abitur nach acht Jahren an der weiterführenden Schule - ist ein großer organisatorischer Aufwand verbunden. Denn die zwei Jahrgänge, die bisher in vielen Fächern noch getrennt unterrichtet wurden, müssen integriert und gemeinsam auf das Abitur vorbereitet werden.

Dies stellt aufgrund der großen Altersstreuung der Schüler eine besondere Herausforderung dar, wie Rita Hündgen zu berichten weiß. Die Leiterin des Cusanus-Gymnasiums hat gemeinsam mit ihrem Kollegium schon frühzeitig ihre Hausaufgaben gemacht und die Stundenpläne ausgearbeitet.

Bisher wurden die Schüler in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und der jeweiligen zweiten Fremdsprache nach Jahrgängen getrennt unterrichtet. Zukünftig sollen alle der durchschnittlich 34 Unterrichtsstunden pro Woche gemeinsam absolviert werden.

Derzeit werden die individuellen Stundenpläne der rund 900 Oberstufenschüler nach ihren Wahl- und Pflichtfächern erstellt. Betroffen von dem Doppeljahrgang sind rund 420 Schüler, die zwischen 15 und teilweise schon 18 Jahren alt sind. Für sie hat nun die Qualifikationsphase 1 begonnen.

Zu den Gymnasiasten kommen noch knapp 100 Realschulabsolventen, die sich für das Abitur am Cusanus angemeldet haben. „Mit dem Alter einher geht auch eine unterschiedliche Reife”, erklärt Hündgen. Dies zeige sich oftmals in den Fächern Philosophie sowie Gesellschafts- und Sozialwissenschaften. Schon im Vorfeld habe sich die Frage gestellt, ob Oberstufenschüler nach neun Jahren (G 9) besser auf das Abitur vorbereitet seien als ihre G8-Mitschüler.

Vergleichsklausuren, die im Juni geschrieben wurden, hätten aber gezeigt, dass die Unterschiede minimal seien, wie Hündgen betont. In Mathe war es durchschnittlich eine Hundertstel-Note (0,01), die die Jahrgänge trennte. Für die Schüler, die bei den Klausuren schlechte Noten erzielten, wird es in den Kernfächern Vertiefungskurse geben, um die Defizite aufzuholen.

Neuerungen gibt es im Bereich der Lehrbücher, denn „man kann nicht in fünf Jahren den Stoff von sechs Jahren vermitteln”, erklärt die Schulleiterin. Auch bei der Auswahl der Lektüre und der Themen wird es eine „Entschlackung” geben.

„Wir werden zukünftig vermehrt auf die Selbstständigkeit der Schüler setzen”, so Hündgen. Eine wichtige Rolle wird das Selbstlernzentrum im Keller des Cusanus spielen. Die Fachlehrer werden in den kommenden beiden Schuljahren gezielt darauf achten, dass sich in den Kursen keine Schere zwischen G8- und G9-Schülern auftut.

„Wir haben versucht, die Kurse so klein wie möglich zu halten, um individuelle Hilfestellung geben zu können”, betont Hündgen. Das geplante Ziel von höchstens 22 Schülern pro Kurs kann aber aufgrund des Lehrermangels in bestimmten Fächern nicht eingehalten werden.

Wichtig sei auch ein fachlicher Austausch mit anderen Pädagogen, um Erkenntnisse besser in der Praxis umzusetzen. Auch bei der Studien- und Berufswahl ist der Beratungsbedarf für den Doppeljahrgang höher als sonst. Daher wird der Hochschultag im November am Cusanus auch besser besucht als in den Vorjahren.

Der Schritt, zu dem die Gymnasien in NRW nun ansetzen, wurde in Sachsen-Anhalt (2007), Mecklenburg-Vorpommern (2008), Im Saarland (2009) und in Hamburg (2010) durchgeführt. Neben NRW ist in diesem Jahr auch Bayern an der Reihe. „Die Abiturergebnisse in den G8-Bundesländern sind erstaunlich gut und für beide Jahrgänge etwa gleich ausgefallen”, betont Hündgen.

Das Cusanus-Gymnasium bietet derzeit in der Oberstufe 43 Leistungskurse (LKs) an. Neu ist ein LK Sport. Dazu gibt es Vertiefungskurse und Projektkurse, an deren Ende eine aufwändige Projektarbeit steht.

Wegen des Doppeljahrganges wird es 2013 zwei Abiturfeiern geben, wobei aber nicht nach Jahrgängen, sondern nach Fächern getrennt wird.

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