Für Integration und Vielfalt wird geworben

Von: hewi
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Jesus und seine Rolle im Islam
Jesus und seine Rolle im Islam: Beim Integrationsfest in Hückelhoven referierte Mehmet Ünal Tosun im islamischen Gemeindezentrum an der Ludovicistraße über dieses Thema. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Volksfeststimmung herrschte über Pfingsten vor dem islamischen Gemeindezentrum an der Ludovicistraße. Bei den mittlerweile dritten „Four Days - Auf dem Weg zur Gemeinsamkeit” gab es Spaß und Unterhaltung, aber auch den ernsthaften Dialog.

„Im nächsten Jahr sind wir schon Tradition”,sagte Mehmet Yilmaz zfrieden und bezog sich damit auf das ungeschriebene rheinische Gesetz, wonach Veranstaltungen nach der dritten Auflage als Brauchtum zu betrachten sind.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes der islamischen Kulturzentren (VIKZ) konnte zufrieden sein. Denn die Ludovicistraße hatte sich in einen lauten und fröhlichen türkischen Basar verwandelt, in dem nicht gefeilscht, sondern gefeiert wurde. Überall gab es etwas zu naschen oder zu schauen. Beim Gang über den Basar ergaben sich immer wieder Gespräche.

Für die Kinder gab es ein vielseitiges Spielangebot und einen Trödelmarkt, auf dem man Schnäppchen machen konnte. Und über allem lag der verführerische Duft von frischem Backwerk und Grillspezialitäten.

Am Eingang des Gemeindezentrums hatten die Besucher auch Gelegenheit, sich aktuell über die Parlamentswahlen in der Türkei zu informieren.

Im Gebetssaal stand aber auch der gedankliche Austausch auf dem Programm. In einem Vortrag mit anschließender Diskussion ging es um Jesus und seine Rolle im Islam.

Der Historiker und islamische Gelehrte Mehmet Ünal Tosun betonte, dass im Bezug auf Jesus als historische Person und Prophet mehr Übereinstimmungen als Unterschiede zwischen Christentum und Islam bestünden. Tosun ist als Referent für Dialog und Öffentlichkeitsarbeit beim VIKZ auch dafür zuständig, Brücken zwischen den Kulturen zu schlagen.

„Jesus ist das verbindende Element zwischen den Religionen.” Im Islam nehme er als einer der Propheten eine wichtige Stellung ein. Allein im Koran finde Jesus 154 Mal Erwähnung. Dabei werde er als „Wort Allahs” verstanden, dessen Leben Vorbildcharakter für die Muslime habe.

Eine wichtige Rolle spiele auch die Jungfrau Maria, die im Islam ebenfalls geehrt werde. Immerhin sei sie die einzige Frau, die im Koran namentlich Erwähnung finde, so Tosun. Neben den Parallelen zwischen beiden Religionen ging Tosun auch auf die Rolle der islamischen Gemeinden in Deutschland ein.

Er lobte das deutsche Freitagsgebet und betonte, dass in den Moscheen immer mehr deutsch gesprochen werde. Radikalen Strömungen erteilte er eine Abfuhr. Das „Missionsgehabe” sei der falsche Weg. Vielmehr warb er für Integration und Vielfalt.

Wie schon im Vorjahr wurde auch in diesem Jahr wieder der Träger des Four-Days-Integrationspreises gesucht. Die durchsichtige Wahlurne, in der die abgegebenen Stimmen gesammelt wurden, wurde allein am Sonntag zweimal geleert. Der Preisträger soll im Anschluss an das Fest ermittelt und bekannt gegeben werden.

Vorschläge seitens der Organisatoren gab es nicht, was die Wahl noch spannender mache, wie Yilmaz betonte. Im vergangenen Jahr ging der Preis an den Schirmherrn, Bürgermeister Bernd Jansen.
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