Heinsberg - Friedhof strahlt in neuem Glanz

Friedhof strahlt in neuem Glanz

Von: anna
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Willi Frenken, Sebastian Walde
Willi Frenken, Sebastian Walde mit Gerd von Helden und Jakob Gerards (von links) am Grab von Pfarrer Carl Daubenspeck. Foto: Thomas

Heinsberg. „Einst war der kleine Friedhof ein Schmuckstück, heute macht er einen wenig gepflegten Eindruck.” Das schrieb der Heinsberger Historiker Wilhelm Frenken vor zwei Jahren in seinem Buch „400 Jahre Evangelische Kirchengemeinde Heinsberg” im Kapitel über den evangelischen Friedhof am Waldenrather Weg.

„Das hat mich geärgert”, erklärte Erster Beigeordneter Jakob Gerards jetzt bei einem Ortstermin mit Autor Willi Frenken, dem evangelischen Pfarrer Sebastian Walde und Gerd von Helden, Sachbearbeiter Friedhofswesen in der Stadtverwaltung.

Und jetzt? „Aus dem Ärger ist etwas Gutes geworden”, sprach Gerards allen Beteiligten aus dem Herzen. „Das ist ja ein Schmuckstück geworden”, pflichtete ihm Frenken bei, als er die Grabstätte des ehemaligen evangelischen Pfarrers Carl Daubenspeck besuchte, der im Jahre 1881 verstorben war.

Der Historiker hat die Geschichte vom „Kirchenhof”, wie er damals hieß, zurück verfolgt bis in das Jahr 1595. Damals habe die Witwe Robertz mit ihren beiden Kindern der reformierten Gemeinde ein Stück Land in der Größe von rund 220 Quadratmetern geschenkt. Durch weiteren Landerwerb wuchs der Friedhof auf seine heutige Größe von rund 1800 Quadratmetern.

Da die Unterhaltung von Friedhöfen für die Kirchengemeinden sehr aufwendig war, wurden im vergangenen Jahrhundert immer mehr von ihnen in die Trägerschaft der Kommunen überführt. Da es in Heinsberg bereits einen großen, konfessionslosen städtischen Friedhof gab, sprach sich 1971 die evangelische Gemeindeversammlung für eine Schließung des Friedhofs aus.

Viele Grabstätten verkamen im Laufe der Zeit und waren schließlich komplett mit Grün überwachsen. So nahm von Helden das antiquierte Bestattungsbuch nochmals zur Hand. Einträge zu Bestattungen seien jedoch nicht vollständig, viele Grabstätten gar nicht aufgeführt gewesen, so Gerards.

Zu Jahresbeginn hat von Helden dann in mühevoller Kleinarbeit die Daten der Verstorbenen in den ungepflegten Grabstätten ermittelt. Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde unter dem Vorsitz von Pfarrer Walde stimmte dem Vorschlag der Stadt Heinsberg zu, alle Grabstätten, deren Ruhezeiten abgelaufen sind, die zugleich ungepflegt waren und darüber hinaus keinen Denkmalcharakter hatten, einzuebnen und in eine Grünfläche zu verwandeln. Im Sommer wurden folglich durch den Bauhof rund 50 Grabstätten eingeebnet. Rasen wurde eingesät, neue Pflanzen in die Anlage eingebracht.

Gleichzeitig einige historische Grabstätten wie die des Pfarrers Daubenspeck restauriert und so für die Nachwelt erhalten. „Jetzt zeigt sich der Friedhof wieder in einem sehr gepflegten und würdevollen Zustand”, gab Gerards der Zufriedenheit aller Beteiligten Ausdruck.
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