Freiwillig in die Müller-Lehre

Von: sev
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Waldfeucht-Haaren. Mit den Zeilen von Spehls Selfkänter Mühlenlied „Mien Aerm send stärk, drom brengt mech Werk” wendet sich die Haarener Windmühle an ihre Kundschaft.

Doch ehe das Mehl fein gemahlen in den Säcken abgepackt werden kann, müssen zahlreiche gekonnte Handhandgriffe des Müllers vorausgehen. Bevor gemahlen werden kann, fällt der Müller draußen vor seiner Mühle eine wichtige Entscheidung, dabei spielt der Wind eine gravierende Rolle. „Je nach Windstärke werden die Flügel besegelt, dabei muss jede Wetteränderung schnell erkannt werden, nur so ist ein sicherer Betrieb gewährleistet”, weiß Altmeister Theo Ver-beek von der Haarener Mühle zu berichten.

Dieses alte Müllerhandwerk wollten Rainer Bär, Martin Cunningham, Walter-Leo Schreinemacher, Hans-Theo Schröders, Andreas van der Koogh, Josef Vraetz, Willi Reißen, Toni Wählen und Wilhelm Tietz erlernen. Sie lassen sich von Müller Theo Verbeek und dessen Sohn Hubert zum „Freiwilligen Müller” ausbilden.

Nach dem Theorieteil, der im September 2008 begann, stehen die Müllerlehrlinge zurzeit mitten in der praktischen Ausbildung. Sie besteht aus Besegelung der Flügel, Drehen der Flügel in den Wind, Ingangsetzung der Mühle, Betätigung der Bremse, Auswechseln der Mühlsteine, Pflege des Räderwerkes und dem eigentlichen Mahlvorgang.

Wer über die kleine „Hühnerleiter” bis in den obersten Stock geklommen ist, kann am drehenden Kammrad, die gewaltige Kraft erahnen, wenn sich die Flügel bis zu 22 mal in der Minute drehen. Um diese wieder zum Stehen zubringen, brauchen die Müller sehr viel Gefühl. Mit Hilfe der riesigen Backenbremse aus Holz werden die Flügel sanft abgebremst, sonst könnte ein Achsbruch entstehen.

Um den sicheren Betrieb der historischen Mühlen auf Dauer zu gewährleisten, sind regelmäßige Restaurierungen erforderlich. In diesem Jahr wurden an allen vier Mühlen im Selfkant umfangreiche Restaurierungsarbeiten vorgenommen, vornehmlich an der Außenhau. Der Gesamtkostenaufwand lag bei annähernd 100.000 Euro.
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