Frauenerwerbstätigkeit in Heinsberg soll steigen

Von: anna
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Bei der Präsentation des neuen Konzepts für mehr Frauenbeschäftigung im Kreis Heinsberg: Landrat Stephan Pusch, Gleichstellungsbeauftragte Anneliese Wellens, Mirka Hellemacher (Kompetenzzentrum Frau und Beruf), Andrea Hilger (Agentur für Arbeit), Elke Breidenbach (Zweckverband Region Aachen), Axel Wahlen, stellvertretender Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Ulrich Schirowski, Geschäftsführer des Zweckverbandes, und Jürgen Koch, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit (v. l. n. r.).

Kreis Heinsberg. Während der Kreis Heinsberg bei der Entwicklung von Beschäftigung insgesamt im landesweiten Vergleich sehr gut da steht, sieht dies mit Blick auf die Erwerbtätigkeit von Frauen ganz anders aus: Die Erwerbstätigenquote von Frauen, also der Anteil der weiblichen Erwerbstätigen an der weiblichen Bevölkerung in der Altersgruppe von 15 bis 65 Jahre, fällt im Kreis Heinsberg mit 54,8 Prozent niedriger aus als in der Region Aachen (60,6 Prozent) und im Vergleich mit dem Landesdurchschnitt (63,4 Prozent).

Um in dieser Situation vor allem mit Blick auf den prognostizierten Fachkräftemangel in der Region gegenzusteuern, hat sich eine Projektgruppe auf die Suche nach den Gründen für diese niedrige Quote gemacht, um basierend auf diesem Wissen neue Potenziale zu identifizieren und entsprechende Handlungsfelder zur Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit zu entwickeln.

Mitglieder der Projektgruppe sind Vertreter der Kreisverwaltung, der Regionalagentur und des Kompetenzzentrums Frau und Beruf im Zweckverband Region Aachen, der Arbeitsagentur Aachen-Düren sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg.

In einem ersten Schritt hat die Gruppe im Rahmen einer nicht repräsentativen Umfrage mehr als 700 Frauen im Kreisgebiet befragt. Mehr als 90 Prozent der nicht erwerbstätigen Frauen gaben dabei an, wieder sozialversicherungspflichtig erwerbstätig sein zu wollen. Eine Barriere für Wiedereinstieg oder Ausweitung der Arbeitszeit sahen die befragten Frauen allerdings vor allem in einer ungesicherten Kinderbetreuung in Rand-, Not- und Ferienzeiten.

„Frauen sind heute so gut ausgebildet wie nie zuvor. Dennoch kehren viele von ihnen nach Familien- und Pflegezeiten nicht in ihren Beruf zurück“, so Jürgen Koch, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Deshalb gelte es, alle Anstrengungen darauf auszurichten, Fähigkeiten und Erfahrungen dieser Frauen wieder für den Arbeitsmarkt nutzbar zu machen.

Zu diesem Zweck hat die Projektgruppe 21 Handlungsansätze entwickelt. So soll es zum Beispiel künftig ein Zertifikat für „Familienfreundliche Unternehmen im Kreis Heinsberg“ geben. Geplant ist zudem noch für dieses Jahr eine Ausstellung zum Thema „Minijob – Minichance“. Und um das Betreuungsangebot für Kinder insbesondere während der Ferienzeiten zu verbessern, sollen neue Ferienspiel-Angebote entwickelt werden.

Landrat Stephan Pusch, der an der Präsentation im Kreishaus teilnahm, wünschte sich für die Zukunft, „dass die Unternehmen den Frauen flexibler entgegenkommen“. Auf der anderen Seite sei aber auch mehr Flexibilität bei den Frauen gefragt, erklärte er mit Blick auf die Wunschbranchen von Frauen, die sich für ihren möglichen Wiedereinstieg vor allem auf Erziehung/Tagespflege, Gesundheit/Pflege und Einzelhandel fokussieren würden.

Ulrich Schirowski, Geschäftsführer des Zweckverbandes Region Aachen, dankte als Moderator abschließend allen Beteiligten an diesem Projekt. „Das ist in dieser Form beispielhaft für die Region Aachen und für ganz Nordrhein-Westfalen“, erklärte er. Trotz Diktat des Haushalts werde dieses Konzept nicht in der Schublade verschwinden, versprach der Landrat. Er werde die erarbeiteten Handlungsfelder in die politische Diskussion einbringen.

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