Kreis Heinsberg - Frage im Katholikenrat: „Wo sind unsere Erben?”

Frage im Katholikenrat: „Wo sind unsere Erben?”

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Kreis Heinsberg. „Wir brauchen Erben nicht nur bei der nächsten Pfarrgemeinderatswahl im November 2009, sondern erst recht bei der übernächsten Wahl im Jahr 2013. Menschen, die unsere Arbeit zukünftig fortführen.” Diese Feststellung traf Vorsitzender Lutz Braunöhler bei der Sitzung des Katholikenrates für die Region Heinsberg im Gemeindezentrum von St. Lambertus in Hückelhoven.

Und zwar als Überleitung zum Vortrag von Gastredner Hermann-Josef Ronkartz vom Caritasverband für die Region Heinsberg, der das Projekt des Verbandes „Wo sind unsere Erben?” vorstellte. „Das Thema berührt auch uns und unsere Arbeit in den Pfarreien, Pfarrgemeinderäten und kirchlichen Verbänden”, betonte Braunöhler.

Die Ausgangssituation vielerorts sei die gleiche, bemerkte Hermann-Josef Ronkartz. Immer wieder werde man mit Sätzen wie „Wer macht die Arbeit weiter, wenn wir nicht mehr sind?”, „Wir werden immer weniger und kriegen es kaum geschafft!” und „Es wäre viel zu tun, können aber nicht alles leisten!” konfrontiert. Ziel des gemeinsamen Projektes des Selbsthilfe- und Freiwilligen-Zentrums und der Abteilung Gemeindesozialarbeit des regionalen Caritasverbandes sei es, die Caritasarbeit vor Ort wiederzubeleben unter Berücksichtigung der Gewinnung von neuen ehrenamtlichen Mitarbeitern, sagte Hermann-Josef Ronkartz.

Es gebe vier Projektschritte mit einer regionalen Auftaktveranstaltung am 5.September, einem Bearbeitungszeitraum des Themas vor Ort in den einzelnen Gemeinden, begleitet von der jeweiligen Gemeindesozialarbeiterin, einer regionalen Zwischenauswertung im Frühjahr 2010 als Standortbestimmung und dem Öffnen einer eigenen Gruppe für neue Mitstreiter.

„Wir gehen nicht mit einem fertigen Rezept in die Pfarrgemeinden, sondern wollen Menschen bewegen und befähigen, den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu wagen”, erläuterte Ronkartz. Es gehe um die Frage, wen man ansprechen könne, der sich außerhalb des Kirchenplatzes bewege, aber bereit für ein Engagement sei und ein bestimmtes Zeitkontingent zur Verfügung habe.

Die grundsätzliche Leitfrage sei jedoch: „Welche Aufgaben können und wollen Sie als Caritasverantwortliche vor Ort zukünftig noch angehen beziehungsweise neu aufgreifen? Wie kann der Caritasverband Sie als Ehrenamtliche in Ihren Bemühungen um neue Mitarbeiter unterstützen?” Hermann-Josef Ronkartz gab weiter zu bedenken, dass diakonische Arbeit heute nicht mehr ohne Vernetzungen und Zusammenarbeit mit anderen sozial engagierten Verbänden, Gruppen und einzelnen Menschen möglich sei.

Demnach müsse man sich die Frage stellen: „Wen habe ich vor Ort, den ich als Verbündeten nutzen beziehungsweise einspannen kann?” Gerade da sahen die Katholikenratsmitglieder die Schwierigkeit. Denn oft würden junge Leute sich zwar gerne engagieren, doch fehle es ihnen an Zeit. Aber auch die Sitzungskultur in kirchlichen Gremien müsse sich ändern und sich mehr an den Bedürfnissen und Interessen der jungen Generation ausrichten. Lutz Braunöhler sah zudem die hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter der Pfarreien und GdG in der Pflicht, sich auf Neues einzulassen.
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