Hückelhoven - Förderverein Schacht 3 sucht Dach der Denkmalpflege

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Förderverein Schacht 3 sucht Dach der Denkmalpflege

Von: Helen Mäurer
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Das Gerüst des Förderturms an Schacht 3 muss saniert werden. Kosten: rund eine halbe Million Euro. Foto: N. Schuldei

Hückelhoven. „Glück auf!” begrüßte Franz-Josef Sonnen rund 50 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung des Fördervereins Schacht 3. Und nicht nur an dem Gruß war zu erkennen: hier ist man unter Kumpeln.

Hier wird noch zünftig geraucht, Asche in Aschenbecher mit liebevoll nostalgischem Kohlewagenmotiv geascht, hier wird Bergbau gelebt - und hier wird vor allem gekämpft. Für den Denkmalschutz und die Nutzung des ehemaligen Zechengeländes, für das Weiterleben des Bergbaus, eines Teils der Hückelhovener Geschichte, einer ganzen Kultur.

Schacht3 ist als letzter Zeuge der Bergbauepoche in unserer Region zugleich Veranstaltungs-, Lehr- und Kulturstätte. Das Besucherbergwerk, in dessen Sanierung die Kumpel 200.000 Stunden Arbeit investierten, verzeichnete seit 2007 über 9000 Besucher.

Im vergangenen Jahr besuchten 4217 Menschen bei 149 Führungen das Bergbaumuseum Schacht 3 und nahmen an Veranstaltungen teil. „Die reichen von A bis Z”, sagte Vorsitzender Franz-Josef Sonnen. Getragen wird alles von ehrenamtlichen Helfern, wie den neu ernannten Kassenprüfern Leo Plänker und Monika Gorniak, die mit viel Engagement agieren, organisieren und sanieren, Besucher betreuen und bewirten; und mit Kapital, das nahezu ausschließlich von dem Verein mit seinen 1105 Mitgliedern erwirtschaftet wird.

71.928 Euro konnten im vergangenen Jahr mit Veranstaltungen eingenommen werden. Außerdem speisten sich die meist eintrittsfreien Angebote und laufenden Kosten mit 4405 Euro Spenden und 14.039 Euro Mitgliedsbeiträgen, so dass im Geschäftsbericht ein Gewinn von 11.754 Euro genannt werden konnte. Der Kassenstand liegt nunmehr bei 88.485 Euro. Allerdings verschlingt das, was auf den Verein zukommt, noch sehr mehr Geld: Das Gerüst des Förderturms muss saniert werden und die Kosten können sie sich auf 500.000 Euro und mehr belaufen.

Wie das zu tragen ist, darüber denkt der Verein nach und darum kämpft er. Als siebter Punkt der Tagesordnung dann schließlich: die „Entwicklung der Stiftung”. Die Stiftung „Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur” - 1996 von der Landesregierung ins Leben gerufen und mit 44 Millionen D-Mark ausgestattet - ist als Unterstützung für Fördervereine in Kommunen eingerichtet worden, die sich selbstorganisiert der Industriedenkmalpflege widmen und eine offene Tür anbieten.

Doch auch wenn Sonnen bemerkt: „Da gehen wir noch drüber hinaus, wir finanzieren doch alles!”, wehte Schacht 3 im Herbst das schützende Dach der Stiftung weg - und damit die notwendige Unterstützung. Und auch jetzt betont Sonnen: „Es geht nicht um Geld - sicher, wir brauchen Geld - es geht darum, ein Dach über dem Kopf zu haben, darum, dass man nicht so alleine dasteht.” Dafür Verein kämpft der Verein, geht durch die Instanzen und lässt nicht locker.

Nicht nur im Ruhrgebiet, das 2010 glänzen muss, gebe es schützenswerte Industriedenkmäler. Eine laufende Spendenaktion konnte bis jetzt 60 Spender erreichen. Außerdem habe die Stadt mit dem vereinsunterstützenden Bürgermeister Bernd Jansen ein Interesse an der Umgestaltungen des Geländes bekundet. Im Gespräch sei etwa, den Friedrichplatz bis zur Halde durchzuziehen oder eine Museumsinsel mit dem Mineralienmuseum zu installieren.
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