Fest der Kulturen stärkt „Wir-Gefühl”

Von: pia
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Beim Hückelhovener Fest der Kulturen begeisterten am Samstag auch diese Mädchen aus Sri Lanka mit ihren Tänzen das Publikum. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Was ist es, das Hückelhoven auszeichnet? Ohne Zweifel sind es das Flair aus vergangenen Tagen des Bergbaus und die Zechengebäude, die das Stadtbild auch 13 Jahre nach der Schließung von Sophia-Jacoba prägen.

Genauso wird es aber auch geprägt von Bewohnern aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Ihre Beweggründe, in Deutschland zu leben, sind ebenso vielfältig wie ihre Herkunftsländer.

Viele Familien kamen zum Beispiel auch als sogenannte Gastarbeiter nach Hückelhoven und haben dort im Laufe der Jahrzehnte eine neue Heimat gefunden.

Am Samstag wurde diese kulturelle Vielfalt der Stadt unter dem Motto „Hückelhoven verbindet” beim ersten großen Fest der Kulturen gefeiert. Die Initiative dazu ergriffen vor allem der Integrationsbeauftragte der Stadt, Hans-Josef Schmitz, und die Gleichstellungsbeauftragte, Petra Hudler.

Sie reagierten damit auf eine Meinungsumfrage anlässlich der Veranstaltung zum Internationalen Frauentag im März 2008. Es kristallisierte sich heraus, dass die Befragten ein Fest der Nationen, wie es seit Mitte der 90er Jahre in Ratheim unter Leitung von Pax Christi und dem Runden Tisch stattfindet, auch für Hückelhoven wünschenswert fanden.

„Aufgrund der guten Vorarbeit von Pax Christi und dem Runden Tisch konnte das Fest der Kulturen, dafür, dass es ein so großes Ereignis ist, relativ kurzfristig organisiert werden”, so Heinz-Josef Schmitz. Erst seit Ende Dezember stehe der Termin fest.

Die angesprochenen Institutionen hätten dabei „sofort 100 Prozent Einsatzbereitschaft gezeigt.” Ziel des Festes sei es, die Integration auf ganz neuen Wegen aufzubauen und die verschiedenen Kulturgemeinschaften der Stadt zu bündeln. So könne ein Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft stattfinden und das Verständnis füreinander gefördert werden.

Von 11 bis 18 Uhr bot sich den Besuchern in der Aula, dem Foyer und der Mehrzweckhalle des Gymnasiums Hückelhoven ein buntes Programm. Es gab zahlreiche Informationsstände und Projektvorstellungen der über 40 Teilnehmer und Akteure. Aber Interessierte konnten sich auch aktiv an Näh-, Koch-, Sprachkursen, Trommelworkshops oder einem Fußballtraining vom DFB-Mobil beteiligen.

Auch Sport habe integratives Potenzial, wie der erste stellvertretende Bürgermeister Dieter Geitner in seiner Eröffnungsrede betonte.

Beim Fest der Kulturen sollten Sport, Musik und Theater genutzt werden, um Unterschiede zu vergessen, voneinander zu lernen und einen Austausch zwischen Integrationsarbeit, Politik und Kunst- und Kulturschaffenden zu ermöglichen. Deshalb konnte man auf der Bühne in der Mehrzweckhalle unter anderem türkische, spanische und tamilische Tänze, Zirkusaufführungen, afrikanische, aber auch heimische Musikdarbietungen bestaunen.

Beim Fest der Kulturen wurden alle Sinne angesprochen, denn diese klanglichen und visuellen Erlebnissen wurden untermalt von dem köstlichen Duft afrikanischer und türkischer Spezialitäten, spanischer Paella und eines typisch deutschen Kuchenbuffets.

Heinz-Josef Schmitz war sichtlich zufrieden mit der Dynamik, die das Fest der Kulturen bereits in den ersten Stunden entwickelt hatte und trug stolz die Grüße des Schirmherrn, Armin Laschet, Minister für Generationen, Familien, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, vor. Dieser lobte die Arbeit aller Beteiligten, da für Hückelhoven ein sehr gutes, langfristiges Integrationskonzept entwickelt worden sei.

Die Vernetzung verschiedener Institutionen und das Fest der Kulturen seien ein Schritt dahin, das „Wir-Gefühl” in der Stadt zu stärken. Zudem sei Hückelhoven ein Vorbild darin, berufliche Chancen für Frauen mit Migrationshintergrund zu fördern.

Das Fest der Kulturen soll nun alle zwei Jahre unter einem bestimmten Schwerpunkt stattfinden und erneut so viele Menschen aller Altersgruppen und Nationalitäten ansprechen, damit kontinuierlich Bedingungen für eine erfolgreich Integration in der Stadt Hückelhoven geschaffen werden können.
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