FDP will Vertrauen der Wähler zurückgewinnen

Von: hewi
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Bei der Diskussion der FDP im Foyer der Erkelenzer Stadthalle: Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die stellvertretende Bundesvorsitzende, und Dr.Klaus Wagner, der Heinsberger Kreisvorsitzende. Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Die FDP ist angesichts ihrer derzeitigen bundespolitischen Bedeutungslosigkeit auf Sinnsuche. Daher lautete der Titel einer Podiumsdiskussion im Foyer der Erkelenzer Stadthalle: „FDP Quo Vadis“. Schließlich ging es um nicht weniger als die Fortentwicklung und Zukunft liberaler Politik.

Eingeladen hatten der Heinsberger Kreisverband und der Aachener Bezirksverband der FDP. Den rund 60 Zuhörern präsentierten sich die aus Düsseldorf stammende stellvertretende Bundesvorsitzenden der Partei, Dr. Marie-­Agnes Strack-Zimmermann, sowie der Landtagsabgeordnete Marcel Hafke, der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen, Moritz Körner, und der FDP-Bezirksvorsitzende Markus Herbrand.

Sie analysierten die Gründe, weshalb die Partei nicht in der Lage gewesen sei, den Wählern die liberalen Positionen zu vermitteln. Die FDP werde allgemein als Sprachrohr der Wirtschaft und der Besserverdienenden wahrgenommen, herrschte Einigkeit. Die richtigen Rezepte seien falsch an den Mann gebracht worden. „Authentizität“ war ein oft genutztes Schlagwort.

Diese habe der Partei gefehlt, die sich selbst als „Produkt“ und die Wähler als „Konsumenten“ wahrgenommen habe. „Wir haben Volkspartei gespielt“, lautete die Kritik eines Zuhörers. „Dabei sollten wir uns auf diejenigen konzentrieren, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“ Dies unterstrich auch Bezirksvorsitzender Herbrand. Die FDP dürfe nicht mehr als die „Steuersenkungspartei“ wahrgenommen werden.

Die stellvertretende Bundesvorsitzende Strack-Zimmermann gab sich selbstbewusst und erklärte: „Ich laufe keinem Wähler nach.“ Nun hat sie gut reden, da die FDP in Düsseldorf geschafft hat, was ihr anderenorts zumeist verwehrt bleibt: nämlich im Rathaus mitzuregieren –gemeinsam mit SPD und Grünen.

Christoph Böhm, der für die FDP im Wegberger Stadtrat sitzt, mahnte mehr Empathie für die Probleme der Wähler an und plädierte für eine Erneuerung der Partei von der Basis her. Landtagsabgeordneter Hafke bescheinigte seiner Partei, in der Vergangenheit durchaus arrogant gewirkt zu haben. Nun müsse man das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen.

Dass man sich dabei nicht auf Kleiderfragen wie „Anzug oder Polohemd“ beschränken sollte, mahnte der Erkelenzer Fraktionsvorsitzende Werner Krahe an. Ebenso wie der Kreisvorsitzende und Moderator des Abends, Dr.Klaus Wagner, appellierte er dafür, mit Inhalten zu überzeugen und den Mut zu haben, auch neue Wege zu gehen. „Wir müssen mit jeder demokratischen Partei koalitionsfähig sein“, erklärte Herbrand in seinem Schlusswort, während Strack-Zimmermann sich realistisch gab, denn: „Das Leben ist kein Ponyhof.“

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