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Fast alle stimmen für die Kommunalisierung des Rettungsdienstes

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Das Thema Rettungsdienst stand am späten Mittwochnachmittag auf der Tagesordnung, als der Ausschuss für Gesundheit und Soziales unter Vorsitz von Edith Schaaf (CDU) im Heinsberger Kreishaus tagte.

Doch die Spannung war schon im Vorfeld der Sitzung gewichen bei diesem Thema, nachdem die CDU-Mehrheitsfraktion angekündigt hatte, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen und für die Kommunalisierung des Rettungsdienstes zu stimmen. Letztlich gab es sogar ein einstimmiges Votum. Lediglich die UB-UWG enthielt sich der Stimme Ñ verbunden mit dem Hinweis, dass die Zeit zu kurz gewesen sei, um das vorgelegte Gutachten in der Fraktion zu beraten.

Der Ausschuss hat nun also Kreisausschuss und Kreistag empfohlen, von einer erneuten Ausschreibung der Rettungsdienstleistungen abzusehen und den Rettungsdienst im Kreis Heinsberg ab 1.Januar 2012 zu kommunalisieren, also selbst durchzuführen. Eine Entscheidung über die Organisationsform soll in der Kreistagssitzung am 22.Februar getroffen werden. In diesem Zusammenhang soll es dann auch um die Einbindungsmöglichkeiten der Hilfsorganisationen in die neue Rettungsdienststruktur gehen.

Der Gutachter, Dr. Emil Betzler von der Firma Forplan (Bonn), hatte noch einmal seine Untersuchungsergebnisse dargestellt. In die Bewertung waren mit jeweils acht einzelnen Kriterien Qualitätsaspekte (zu 40 Prozent), die soziale Komponente (zu 35 Prozent), die Kosten (zu 15 Prozent) sowie der Aufwand und die Umsetzungsrisiken (zu zehn Prozent) eingeflossen.

Am Ende lag in der Tabelle die Kommunalisierung mit einem Wert von über 64 Punkten deutlich vor einer Ausschreibung, die auf knapp 50 Zähler kam. So sprach sich denn auch der Gutachter wie die Verwaltung für die Kommunalisierung aus; auch wenn die Kosten in der Zukunft höher sein könnten als bislang, wie Betzler einräumte.

Dr. Hanno Kehren (CDU) betonte, dass nach der Kommunalisierung des Rettungsdienstes die Versorgung der Bevölkerung an der Qualität orientiert sein werde, nicht so sehr an den Kosten, wobei diese im Griff zu behalten seien. Wichtig sei, dass die Hilfsorganisationen mit den Ehrenamtlern eingebunden würden.

Für die SPD erklärte Karl-Heinz Röhrich, dass die Organisation durch den Kreis für die Angestellten langfristige Sicherheit des Arbeitsplatzes sowie einheitliche und angemessene Entlohnung biete - „letztendlich also eine Perspektive”. Die SPD sei sich sicher, dass durch die Kontinuität nicht nur bei den Angestellten, sondern auch im Ehrenamt eine größere Identifikation mit dem Rettungsdienst im Kreis entstehe. Auch Grüne und FDP signalisierten ihre Zustimmung.

Applaus - auch aus den Zuhörerreihen - erntete Dr. Karl-Heinz Feldhoff, der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, als er betonte, die Hilfsorganisationen würden „auf jeden Fall” eingebunden, das Ehrenamt werde „seinen gebührenden Platz” im Rettungsdienst bekommen. Feldhoff sprach von einer partnerschaftlichen Verbindung und gemeinsamen Fahrten von Rettungsdienstlern und Ehrenamtlern.
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