Heinsberg-Kirchhoven - Fassungslosigkeit in der Wohnstätte

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Fassungslosigkeit in der Wohnstätte

Von: anna
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Hier war der Königsbogen vers
Hier war der Königsbogen verschraubt: König Willi Doppstadt (Mitte) zeigt auf die Löcher im Pflaster, in denen die Pyramiden für den über vier Meter breiten Bogen befestigt waren. Bis auf ein kleines Holzfundament haben die Vandalen nichts mehr übrig gelassen. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Kirchhoven. Schützenkönig Willi Doppstadt war glücklich, denn am vergangenen Freitag ging es doch nun endlich richtig los mit den Kirmesvorbereitungen. Vor der Wohnstätte der Lebenshilfe in Kirchhoven, in der er wohnt, wurde der Königsbogen aufgestellt.

Und damit die Fahrzeuge der Lebenshilfe durch den Bogen hindurch auch weiterhin aufs Gelände bis an das Gebäude heranfahren konnten, hatte die Schreinerei der Lebenshilfe-Werkstatt in Oberbruch für ihren Willi sogar einen 4,20 Meter langen Bogen gefertigt. „Weiß lackiert war er, mit der roten Aufschrift Heil dem Schützenkönigspaar”, berichtet Willi Houben, Präsident der Kirchhovener St. Hubertus Schützen.

War er, denn seit Samstagmorgen ist der Bogen verschwunden. Die Schützen sind ebenso entsetzt wie die Bewohner der Wohnstätte. Eine Mitarbeiterin hatte den Diebstahl am frühen Morgen bemerkt. Die beiden Pyramiden aus Holz und Drahtgeflecht, die den Bogen über der Einfahrt getragen hatten, lagen auf dem Weg und im Feld gegenüber, der Bogen selbst war verschwunden. Auch nach einer ausgedehnten Suche von Schützen und von den Bewohnern der Wohnstätte blieb er verschwunden. „Und dabei hatten wir den Bogen nicht nur hier aufgestellt, sondern alles sogar gedübelt und verschraubt”, sagt Houben. Ein ganz kleines Stück vom Bogen hält er noch in der Hand. Das beweise, dass der Bogen einfach aus der Verschraubung herausgerissen worden sei, sagt er.

Still ist es ansonsten im kleinen Festzelt vor der Wohnstätte. Bei Bewohnern und ihren Betreuern sowie bei den anwesenden Schützen mischt sich Traurigkeit in das Entsetzen. Sie finden kaum noch Worte für das, was in der Nacht geschehen ist. „Ich versteh es nicht”, sagt einer von ihnen. „Der Bogen hat doch gar keinen materiellen Wert, aber für die Menschen hier und auch für uns einen ganz großen ideellen Wert.”

Als einer der Mitarbeiter der Lebenshilfe dann ankündigt, dass man in der Schreinerei gleich mit der Fertigung eines neuen Königsbogens beginnen wird, der noch bis zur Kirmes fertig sein soll, hellen sich die Mienen wieder ein wenig auf.

Wenn er wieder steht, will man für die Kirmestag eine Nachtwache organisieren, damit so etwas nicht noch einmal passiert.
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