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EU „verordnet” sechs Schritte zur keimfreien Hand

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Stecken die Hände erst in der Black-Box, kommt der Augenblick der Wahrheit. Kornell Storms zeigt der Krankenhausmitarbeiterin, wo die Desinfektion noch nicht geklappt hat. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Eine Hand wäscht die andere - manus manum lavat. Das wussten schon die alten „Lateiner”. Das Sprichwort wurde am Donnerstag im Heinsberger Krankenhaus rein unter hygienischen Gesichtspunkten betrachtet.

Denn am „Tag der Hände” sollten Klinik-Personal, und Besucher darauf hingewiesen werden, wie wichtig die Desinfektion der Hände sein kann. Und das nicht nur in Zeiten der Schweinegrippe.

Die Aktion „Saubere Hände” geht auf eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation zurück und wird hierzulande durch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt unterstützt. „Die Aktion wurde ins Leben gerufen vor dem Hintergrund, dass die Hände der Hauptüberträger von Infektionskrankheiten sind”, erläutert Sabine van der Velde-Jäger.

„Beim Hände waschen werden 70 bis 80 Prozent der so genannten Anflugkeime beseitigt”, sagt die Fachkrankenschwester für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. „Für den häuslichen Bedarf genügt das. In der Klinik jedoch nicht. Hier ist eine hygienische Händedesinfektion unerlässlich. Durch alkoholische Einreibepräparate müssen alle Keime beseitigt werden.”

Doch wer jetzt glaubt, das sei doch letztlich ein Klacks und mal eben schnell erledigt, dürfte sich nun auf den Hosenboden setzen, denn die Europäische Union hat für die hygienische Händedesinfektion eigens ein sechs Schritte umfassendes „Standardeinreibeverfahren EN 1500” erlassen. Was im ersten Augenblick wie ein Witz, untermalt vom wiehernden Amtsschimmel erscheint, habe jedoch durchaus seine Berechtigung, meint Kornell Storms.

Der Hygienereferent der Ecolab Deutschland GmbH, mit der das Heinsberger Krankenhaus schon seit Jahren kooperiert, ist auch flugs in der Lage, etwaige Zweifel an der Notwendigkeit des Verfahrens zu zerstreuen. Eine Black-Box mit UV-Lampe offenbart nämlich unbestechlich, wo das Desinfektionsmittel beim herkömmlichen Einreiben der Hände eben nicht hingelangt ist. Da staunen dann plötzlich auch alte Hasen des Klinikpersonals.
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