Kreis Heinsberg - Ersthelfer sollen schnell zum Einsatzort gelangen

FuPa Freisteller Logo

Ersthelfer sollen schnell zum Einsatzort gelangen

Von: anna
Letzte Aktualisierung:
16845726.jpg
Herzmassage: Sie kann als erste Hilfe Überlebenschancen verdoppeln. Foto: imago/insadco

Kreis Heinsberg. Mit zwei Anträgen, die eine schnelle Hilfe mit Hilfe einer Smartphone-App für Ersthelfer bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zum Thema hatten, beschäftigte sich der Ausschuss für Gesundheit und Soziales.

Während die SPD-Fraktion beantragte, die Verwaltung möge diesbezüglich Kontakt zum Verein Mobile Retter in Köln aufnehmen, lautete die Forderung der CDU-Fraktion, den bereits eingeschlagenen Weg im Rahmen der Partnerschaft „Region Aachen rettet“ fortzusetzen. Deren Schirmherrschaft haben die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, übernommen.

Über den aktuellen Stand dieser Partnerschaft berichtete im Ausschuss Ralf Rademacher, Geschäftsführer der Rettungsdienst im Kreis Heinsberg (RDHS) gGmbh, die ebenso wie das zuständige Fachamt den Kreis Heinsberg in der Partnerschaft „Region Aachen rettet“ vertritt. Weitere Partner sind Stadt und Städteregion Aachen sowie die Kreise Düren und Euskirchen. Ziel der Partnerschaft sei es, die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand weiter zu verbessern, betonte Rademacher.

Im Jahr 2017 habe es im Kreis Heinsberg 153 Einsätze zur Wiederbelebung gegeben. Diese Zahl liege in Relation zur Bevölkerungszahl etwas über dem Landesdurchschnitt. 47 der von einem Herz-Kreislauf-Stillstand Betroffenen hätten lebend in ein Krankenhaus gebracht werden können, 22 Menschen hätten es auch lebend wieder verlassen, 60 Prozent davon mit einer guten neurologischen Prognose.

In 85 Prozent der Fälle habe der Rettungsdienst den Einsatzort innerhalb von acht Minuten erreicht. Im Rahmen der Partnerschaft gehe es nun darum, diese Zeitspanne bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes besser zu nutzen, erklärte Rademacher weiter. Wenn ein Ersthelfer, der mit Hilfe einer App auf seinem Smartphone alarmiert worden sei, innerhalb von drei bis vier Minuten am Einsatzort eintreffe und bereits eine Herzmassage vornehmen könne, verdoppele dies die Überlebenschancen.

Im Rahmen der Partnerschaft „Region Aachen rettet“ sollen die Erfahrungen, die in der Stadt Aachen mit dem System corhelp3r gewonnen wurden, auf die übrigen Beteiligten übertragen werden. „Eine gemeinsame Verwirklichung scheint sinnvoll zu sein, da die Zahl der angesprochenen Ersthelfer größer wird und damit die Helfer in der gesamten Region zur Verfügung stehen“, hieß es dazu in der Stellungnahme der Verwaltung zum Antrag der CDU. „Weiterhin sind Wirtschaftlichkeitsvorteile zu erwarten.“

Medizinisch geschulte Menschen, die sich regelmäßig in Erste-Hilfe-Maßnahmen fortbilden, können sich kostenlos über die App registrieren lassen, dort ihren Qualifikationsnachweis hochladen und nach Freischaltung als Ersthelfer in der Stadt Aachen und zukünftig auch in der gesamten Region alarmiert werden. Dies geschieht mit Hilfe der GPS-Daten.

Bis zum Sommer sollten alle wesentlichen Fragen geklärt sein, um die App in der gesamten Region einführen zu können, schloss Rademacher seinen Bericht. Bis das System „lauffähig“ sei, werde es allerdings noch eineinhalb bis zwei Jahre dauern. „Da geht Qualität vor Schnelligkeit“, betonte er.

Der Vorsitzende des Ausschusses, Dr. Hanno Kehren (CDU), fügte hinzu, dass es bei der Partnerschaft natürlich auch darum gehe, möglichst viele weitere Ersthelfer zu qualifizieren. Alle hätten dies vor der Führerscheinprüfung einmal gelernt, „aber die meisten wissen jetzt sicherlich nicht mehr, wie es geht“.

Die SPD-Fraktion mahnte an, dass das Kölner System in der Öffentlichkeit wesentlich bekannter sei. Über das Aachener System werde dagegen bisher nicht hinreichend informiert. „Da muss wesentlich mehr getan werden“, forderte Norbert Spinrath.

Einstimmig beschloss der Ausschuss schließlich, die Verwaltung damit zu beauftragen, die Anforderungen für das gemeinschaftliche Alarmierungssystem im Rahmen der Partnerschaft „Region Aachen rettet“ ebenso wie ein Organisationskonzept zu erarbeiten und die Kosten zu ermitteln.

 

Die Homepage wurde aktualisiert