Heinsberg - Erste Löschgruppenfusion ist unter Dach und Fach

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Erste Löschgruppenfusion ist unter Dach und Fach

Von: Rainer Herwartz
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Die erste Führung: Karl-Heinz
Die erste Führung: Karl-Heinz Krebs aus Aphoven (Mitte), André Domseln aus Laffeld (2.v.l.), Christoph Derichs aus Scheifendahl (2.v.r.) mit Wehrleiter Ralf Wählen (rechts) und seinem Stellvertreter Hans-Leo Schreinemachers (links).

Heinsberg. „Es wird immer schwieriger, die Sicherheit tagsüber zu gewährleisten. Die Tatsache, dass viele Kameraden auswärts arbeiten, macht die Lage nicht einfacher.” Schon im März dieses Jahres, kurz nach seiner Amtseinführung als Leiter der Heinsberger Feuerwehr, hatte Ralf Wählen gegenüber unserer Zeitung davon gesprochen, dass die Löschgruppen Aphoven, Laffeld und Scheifendahl zusammengelegt würden.

Jetzt ist die erste derartige Fusion in der Stadt Heinsberg unter Dach und Fach.

„Der Hintergrund ist, dass es auf Dauer immer komplizierter wird, kleine Löschgruppen zu unterhalten”, erklärt Wählen. Doch nicht nur die Kosten spielen eine Rolle. „Wenn ich nur zwei Leute in der Tagesverfügbarkeit habe und die dann bei einer Alarmierung am Feuerwehrhaus eintreffen, dann können diese beiden kaum etwas bewerkstelligen. Habe ich aber sechs aus drei Gruppen, sieht die Sache anders aus.”

Ohne die Jugendfeuerwehr habe die über 400 aktive Kameraden umfassende Freiwillige Feuerwehr ohnehin keine Überlebenschance. Seiteneinsteiger seien eher selten. Auch die Einstellung mancher Firmen zu den uniformierten Helfern beklagte Wählen bereits im März. „Leute erhalten von manchen Firmen keine Freigabe.” Da falle schon Mal der drohende Satz: „Überlege es Dir, Dein Geld verdienst Du hier.”

Das Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetz, das eindeutig regele, dass einem Feuerwehrmann oder einer Feuerwehrfrau kein Nachteil entstehen dürfe und er oder sie für Einsätze und Übungen freizustellen seien, scheitere hier an der Realität. Die Fusion sei letztlich erforderlich geworden, um die Schlagkraft der Feuerwehr in den Ortsbereichen zu erhöhen.

Zudem gebe eine solche Maßnahme die Möglichkeit, die Feuerwehrleute umfangreicher auszubilden, da entsprechend mehr Gerätschaften durch die Zusammenlegung an zentraler Stelle vorhanden seien. „Die vorhandenen Gerätehäuser”, so erläutert Wählen in diesem Zusammenhang, „sind zudem nicht auf Zukunft ausgelegt. Ein modernes Fahrzeug wird man dort nicht unterkriegen, weil es von der Tonnage und den Ausmaßen her einfach zu groß ist.”

Dabei sei nicht die Rede von irgendeinem Luxusgefährt, sondern lediglich von mit der Zeit fälligem, „gleichwertigen Ersatz”. Im Brandschutzbedarfsplan sei daher auch der Neubau eines Gerätehauses im Jahr 2015 vorgesehen. Es soll im Bereich Maarstraße/Talstraße, zentral zwischen den drei Ortschaften errichtet werden. Was aus den alten Gerätehäusern wird, steht noch nicht fest.

Bürgermeister Wolfgang Dieder hierzu: „Wenn wir den Raumbedarf für das neue Gebäude ermittelt haben, werden wir auch entscheiden, was mit den alten geschieht.”

Die neue Löschgruppe Aphoven-Laffeld-Scheifendahl umfasst laut Wählen inklusive der Jugendfeuerwehr 60 Kameraden. Über die Frage, wer das Kommando in Händen hält, seien sich alle schnell einig gewesen, meint Wählen. In einer Anhörung sei Karl-Heinz Krebs aus Aphoven mit 40 von 48 möglichen Stimmen gewählt worden. Ihm zur Seite stünden André Domseln aus Laffeld und Christoph Derichs aus Scheifendahl.

Die erste Fusion wird übrigens nicht die letzte sein. Denn auch zwischen Kempen und Karken besteht bereits „zarte Bande”. Will sagen: „Sie machen schon vieles gemeinsam. Ab nächstes Jahr soll dann ein gemeinsamer Dienstplan geschrieben werden”, sagt Wählen. Weitere Zusammenlegungen seien derzeit nicht geplant.
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