Wassenberg - Ermittlungen zu Gewalttat führen ins rechte Milieu

Ermittlungen zu Gewalttat führen ins rechte Milieu

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:

Wassenberg. „Steter Tropfen höhlt den Stein”, diese Volksweisheit bewahrheitet sich in vielerlei Hinsicht. Im vorliegenden Fall war der „stete Tropfen” wohl die hartnäckige und fortwährende Ermittlungsarbeit der Justizbehörden, die in der letzten Woche zur Festnahme von vier jungen Leuten aus dem Kreis Heinsberg führte.

Ihnen wird vorgeworfen, im September letzten Jahres im Außenbereich des Wassenberger Kahnweihers einen 48-jährigen Mann bewusstlos geprügelt zu haben. Oberstaatsanwalt Robert Deller von der Staatsanwaltschaft in Aachen spricht in diesem Zusammenhang von versuchtem Mord.

„Es ist im Nachhinein nicht mehr ganz einfach, einen solchen Fall zu rekonstruieren”, sagt Deller. „Die Identifizierung sämtlicher Beschuldigter benötigte zahlreiche Vernehmungen.”

Wie schwierig die Beweisfindung war, zeigt wohl schon die Tatsache, dass einer der mutmaßlichen Täter bereits im November letzten Jahres ausfindig gemacht werden konnte, die Ermittler jedoch zunächst glaubten, alle Täter seien einer aus 15 bis 20 jugendlichen Wassenbergern bestehenden Gruppe zuzurechnen. Damals hatte die Polizei gegenüber unserer Zeitung berichtet, dass es den Beamten des Hückelhovener Regionalkommissariates mit großem Aufwand gelungen sei, eine Vandalismus-Serie in Wassenberg aufzuklären.

Aus den Reihen der 14 bis 17-jährigen Wassenberger sei zudem eine brutale Körperverletzung gegen einen Mann erfolgt. Bei Letzterem handelte es sich um den 48-Jährigen. Doch die Untersuchungen führten die Beamten am Ende noch in eine andere Richtung, denn bei den jetzt Festgenommenen handelt es sich nur in einem Fall um einen Wassenberger - im Alter von 16 Jahren. Die übrigen Tatverdächtigen, ein Ehepaar im Alter von 23 und 26 Jahren und ein 18-Jähriger, stammen aus Heinsberg.

„Der Hintergrund der Tat lag wahrscheinlich darin, dass neue Mitglieder für eine Kameradschaft im rechtsradikalen Milieu geworben werden sollten”, beschreibt Robert Deller die neue Situation, die sich durch die Nachforschungen ergeben hätte. „Es gibt Hinweise, dass die Tatverdächtigen der rechten Szene angehören, aber noch keine gesicherten Erkenntnisse.”

Ob sich das 48-jährige Opfer, das alkoholisiert gewesen sein soll, bei der „Werbeaktion” eingemischt habe, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden. Bei dem Angriff auf den Mann, der das Bewusstsein verlor, habe jedenfalls eine Bierflasche eine Rolle gespielt. An seinem Körper fanden sich Schnittverletzungen.

Alle Festgenommenen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Die ersten Vernehmungen seien bereits durchgeführt worden, so Deller. „Sie räumen ein, zur Tatzeit im Außenbereich des Kahnweihers gewesen zu sein und bestätigen, dass es dort zu einer Auseinandersetzung kam.” Den Verlauf des Geschehens schilderten alle Beteiligten jedoch unterschiedlich.
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