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Erika Pluhar gibt beeindruckende Vorstellung

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Die berühmte Wiener Schauspielerin und Autorin Erika Pluhar war in der Christuskirche zu Gast und stellte ihr „Spätes Tagebuch” vor. Foto: defi

Heinsberg. Die Lesung von Erika Pluhar in der Christuskirche in Heinsberg ist ausverkauft gewesen. Buchhändler Reiner Gollenstede hatte die berühmte Schauspielerin, Sängerin und Autorin in die Kreisstadt eingeladen. Pfarrer Sebastian Walde hatte die evangelische Christuskirche geöffnet und begleitete die Künstlerin aufs Podium.

Am 10. März 2009 hatte Erika Pluhar ihren 70. Geburtstag mit einer Gala-Veranstaltung im Wiener Brucknerhaus gefeiert. Große Auftritte sind der langjährigen Wiener Burgschauspielerin vertraut. Doch ein wenig nervös zupfte sie schon am Blusenkragen, als sie zusammen mit Pfarrer Walde, noch hinter dem Altar der Christuskirche vor den Blicken der Besucher verborgen, auf ihren Auftritt wartete. Lampenfieber gehört auch nach 50 Bühnenjahren noch dazu.

Besinnliches zur Weihnachtszeit sollte es geben. „Die stille Zeit: Geschichten und Gedanken nicht nur zu Weihnachten” heißt eines ihrer Bücher. Die Lektüre für Weihnachten und die stille Zeit zwischen den Jahren böte das Buch, meinte zumindest Pluhars Verlag und preist fröhlich an: „Texte von Hesse, Rilke oder Brecht, aber auch von Erika Pluhar selbst über Weihnachten, wie wir es uns wünschen: festliche Ruhe und Zeit füreinander; draußen Kälte und drinnen leuchtende Kerzen; Träume und Hoffnungen, die sich erfüllen.”

Ganz so schlimm wurde es denn aber doch nicht. Erika Pluhar hat nicht umsonst ein Leben geführt, das reich an Schicksalsschlägen war. Da wird sie auf ihre „alten Tage” doch nicht kitschig-sentimental werden. Oder doch? Nein, schon mit ihren ersten Sätzen stellte Pluhar klar, dass sie mit Weihnachten eigentlich nicht viel am Hut hat - zumindest nicht mit dem Bild von Weihnachten, das heutzutage so gerne vermarktet wird.

Also fürs Erste wieder zugeklappt „Die stille Zeit”. „Spätes Tagebuch” heißt Erika Pluhars aktuelles Buch und ist ein Roman, wie sie ihrem Heinsberger Publikum gleich verriet. Ein Tagebuch soll ein Roman sein? „Seit Jahren lebe ich allein. Mein einziges Kind, eine Tochter, starb. Ich möchte darüber nicht mehr sagen, auch hier und jetzt nicht”, las Erika Pluhar aus ihrem Buch und „Seit Jahren leben ich allein” hallte so nach, dass man dieses „allein” mit Händen greifen konnte.

Gelernt ist halt gelernt, Ausbildung am renommierten Wiener Max-Reinhardt-Seminar und Jahrzehnte im Ensemble des Wiener Burgtheaters und dazu ihre unverwechselbare Stimme machten Pluhars Lesung zu einer Aufführung.
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