Kreis Heinsberg - Entstehen im Kreis Heinsberg drei weitere „Abiturschulen”?

AN App

Entstehen im Kreis Heinsberg drei weitere „Abiturschulen”?

Von: disch
Letzte Aktualisierung:
aktuell-3sp
Großes Interesse: Verantwortliche aus Politik, Verwaltung und Schulen waren gestern Abend in die Hückelhovener Aula gekommen, wo die kreisweite Schulentwicklungsplanung vorgestellt wurde. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Drei weitere „Abiturschulen” im Kreis Heinsberg - neben den bereits existierenden Gymnasien und Gesamtschulen - schlägt die Bonner Projektgruppe Bildung und Region vor. Dies ist eine der Anregungen in der kreisweiten Schulentwicklungsplanung, die am Dienstagabend in Hückelhoven vorgestellt wurde.

Wie Gutachter Wolf Krämer-Mandeau erläuterte, könnte es sich um zwei neue Gesamtschulen und ein neues Gymnasium handeln - in Hückelhoven, in Heinsberg und in der Selfkant-Region.

„Ohne umfassende Bildung, ohne fundierte Ausbildung sinken die Chancen eines Menschen in unserer Gesellschaft mehr denn je”, sagte Landrat Stephan Pusch in der Aula des Hückelhovener Gymnasiums, als er die Informationsveranstaltung eröffnete.

Vertreter aus Politik, Verwaltung und Schulen waren eingeladen worden, „um alle die, die zu entscheiden, zu verwalten und umzusetzen haben, über die Notwendigkeit und vor allem die Ergebnisse der Schulentwicklungsplanung umfassend zu informieren”, erklärte Pusch, der die Veranstaltung als ein deutliches Signal für den Stellenwert von Bildung und Ausbildung im Kreis Heinsberg verstanden wissen wollte. Die dramatische Entwicklung angesichts sinkender Schülerzahlen schreie geradezu nach Zusammenarbeit.

Die Erstellung der kreisweiten Planung als Leitfaden und Diskussionsgrundlage sei ein gewaltiger Schritt am Anfang des Weges gewesen. Die weiteren Entscheidungen würden den Schulträgern obliegen. Doch die Probleme könnten nur ohne Kirchturmsdenken gelöst werden, mahnte der Landrat.

Wolf Krämer-Mandeau präsentierte Auszüge aus der insgesamt rund 300 Seiten umfassenden Schulentwicklungsplanung. Erstmals wurde ein solcher gemeinsamer Plan für Kreis, Städte und Gemeinden erarbeitet. Auch in den Ausführungen des Gutachters wurden deutlich zurückgehende Schülerzahlen dokumentiert. „Alle Dächer sind gebaut”, appellierte er an die Verantwortlichen, nicht in Beton zu investieren, sprich in Neu- oder Ausbauten, sondern lieber in Angebot und Inhalte der Schulen.

Krämer-Mandeau skizzierte, wie sich die Schullandschaft in Zukunft entwickeln könnte: zum Beispiel mit Lösungen für Grundschulen in Form von Jahrgangsmischung und Dependancen, mit dem Aus für einige Hauptschulen angesichts sinkender Anmeldezahlen, mit dem Aufbau der besagten drei neuen „Abiturschulen” an bestehenden Schulstandorten wie Ratheim oder Hückelhoven, Oberbruch oder Heinsberg sowie im Selfkant; bei Begrenzung der Aufnahme an den Erkelenzer Gymnasien. Die Gymnasial- und Abiturquote im westlichen Teil des Kreisgebietes sei geringer als im Osten des Kreises. Sie müsse aber gesteigert werden, um Bildungs- und Chancengleichheit herzustellen.

Staatssekretär Günter Winands aus dem Düsseldorfer Schulministerium und Landrat Stephan Pusch unterzeichneten am Dienstagabend den Kooperationsvertrag zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Kreis Heinsberg zur Gründung eines regionalen Bildungsnetzwerkes. Winands bezeichnete das Bildungsnetzwerk wie die kreisweite Planung als zukunftsweisend und richtig. Das Land setze den Rahmen, die Netzwerke könnten für bessere Kooperationsbeziehungen aller Akteure vor Ort sorgen - im Interesse der Kinder. Kurze Wege und vor allem beste Bildung - so laute das Ziel.

„Die Übergänge müssen wir besser hinbekommen”, sprach der Staatssekretär ein Handlungsfeld an - Übergänge von Kindertagesstätte in Schule, von Grundschule in weiterführende Schule und von Schule ins Berufsleben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert