bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

Energiewende: NEW macht bei Solaranlagen Rückzieher

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:
Auf dem Gymnasium in Hückelho
Auf dem Gymnasium in Hückelhoven ist eine Solarstromanlage installiert. Zukünftige Installationen benötigten neue Investoren. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Ein handfestes Beispiel dafür, wie die Politik, die in Berlin gemacht und entschieden wird, bis in die äußersten Winkel der Republik hinein wirkt, kann man am Beispiel des Stroms, der aus der Sonne gewonnen wird, also der Solarenergie, und der Stadt Hückelhoven festmachen.

Die Stadt Hückelhoven hat ihre Gebäude im vergangenen Jahr darauf überprüft, inwieweit sie sich für die Installation von Solaranlagen eignen. Im Rahmen der von der Bundesregierung eingeleiteten „Energiewende” sicher ein sinnvolles Unterfangen. 19 Gebäude, so das Ergebnis, sind grundsätzlich für die Gewinnung von Energien aus der Sonne und für die damit verbundenen Aufbauten geeignet. Genug, um eine Genossenschaft von Bürgern zu bilden, die sich an dem Solarprojekt auf städtischen Gebäuden in Hückelhoven beteiligen.

Theoretisch haben die Statiker keine Bedenken, auf den Dächern des Schulzentrums Ratheim, der Grundschule Brachelen, Kleingladbach und Baal und auch dem der Mehrzweckhalle in Hückelhoven bauliche Veränderungen für die Installation von Photovoltaikanlagen vorzunehmen. Auf und an diesen Gebäuden könnten so viele Module montiert werden, dass eine Mindestleistung von 30 Kilowattstunden erzielt werden könnte.

Weil diese Voraussetzungen also da sind, hatte die Stadt vor, das Projekt Bürgersolargenossenschaft zusammen mit der NEW GmbH (Niederhein Energie und Wassser)ins Leben zu rufen.

Die NEW RE, eine Tochtergesellschaft der NEW für regenerative Energien, betreut bereits eine Bürgersolarstrom-Genossenschaft mit Photovoltaikanlage auf Liegenschaften des Kreises Heinsberg mit einer Gesamtleistung von mehr als 370 kWp. Der kWp-Wert beschreibt die optimale Leistung einer Solaranlage unter bestimmten ortsabhängigen Werten für die Temperatur der Module und die Sonneneinstrahlung.

Ein Konsortium aus aus NRW RE und Kreissparkasse Heinsberg entschied seinerzeit die Ausschreibung für sich. Die Genossenschaftsanteile waren ruckzuck bei Bürgern im Kreis Heinsberg platziert.

Strom aus Solarzellen auf einem öffentlichen Gebäude wird auch in Hückelhoven schon seit mehr als acht Jahren produziert: Die Photovoltaikanlage der West Energie und Verkehr auf dem Dach des Gymnasiums wurde 2004 in Betrieb genommen.

Der Stromversorger NEW Re hatte großes „Interesse bekundet”, auf weiteren öffentlichen Gebäuden im stadtgebiet von Hückelhoven Solarmodule zu installieren und Strom aus der Sonnenenergie zu produzieren - man war davon ausgegangen, dass man damit Geld verdienen könnte.

Das war so bis Anfang März. Dann hat die schwarz/gelbe Koalition in Berlin entschieden, die Subventionen für Energie aus Solarzellen zu kürzen. Ohne Übergangsfristen von jetzt auf gleich.„Da aufgrund der aktuellen Kürzungen der Einspeisevergütung keine Planungssicherheit mehr gegeben” sei, teilte die NEW Netz GmbH der Stadt mit Schreiben vom 12. März mit, bitte um Verständnis, „dass vorerst keine weiteren Anstrengungen zur Mitwirkung bei der Gründung einer Bürgersolargenossenschaft unternommen werden könnten”.

Die Stadt freilich ist entschlossen, an dem Projekt Bürgersolargenossenschaft festzuhalten. Man will jetzt „mit anderen möglicherweise geeigneten Partnern und Investoren Kontakt aufnehmen, um die Umsetzungsmöglichkeiten einer Bürgersolargenossenschaft zu konkretisieren”.

Trotz der Hemmschwellen, die die Politik in Berlin auch in Hückelhoven aufbaut.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert