Erkelenz - „Eltern auf Probe” am Säuglingssimulator

Weltmeisterschaft Weltmeister WM Pokal Russland Fifa DFB Nationalmannschaft

„Eltern auf Probe” am Säuglingssimulator

Letzte Aktualisierung:

Erkelenz. Schon seit Ende 2007 reagiert die Beratungsstelle „Rat und Hilfe” - Schwangerschaftsberatung der Katholischen Kirche Erkelenz aus die steigende Zahl minderjähriger Eltern und bietet Jugendlichen die Teilnahme an einem Elternpraktikum mit einem Säuglingssimulator an.

Hier haben sie die Möglichkeit, realitätsnah den Umgang mit einem Baby zu üben und die „Rund-um-die-Uhr-Anforderung” an junge Eltern kennen zu lernen. Denn für die Dauer von zwei Tagen und zwei Nächten sind die „Eltern auf Probe” über ein unlösbares Chip-Armband mit ihrem Baby verbunden.

Alle Daten des Umganges mit dem Säugling werden so aufgezeichnet und später ausgewertet. Unter der Leitung von Karin Adams und Helene Theißen werden gleichzeitig aber auch Themen wie Säuglingspflege, Erziehungsfragen und Partnerschaft behandelt, um den Jugendlichen alle Dimensionen der Elternschaft nahezubringen. Für die der Gemeinschaftshauptschule Erkelenz ist dieses Projekt nichts Ungewöhnliches mehr.

Seit über zwei Jahren gehört die „Verantwortliche Elternschaft” zum festen Bestandteil des Schulprogramms und wird von den jeweiligen neunten Klassen schon mit Spannung erwartet. Mit einer Informationsveranstaltung in der Schule werden alle Schüler mit dem Thema vertraut gemacht, bevor sie sich zur Teilnahme am Elternpraktikum entscheiden können. Neben den Elternpraktikum findet im Schulgeschehen natürlich auch die klassische Sexualerziehung ihren Platz. Unter den Beteiligung der Fächer Biologie und Religion werden im Unterricht die Themenbereiche Sexualität-Verhütung und Liebe-Freundschaft behandelt und in Form von Kommunikations- und Rollenspielen vertieft.

Besonders geschätzt wird von den die Bildung gleichgeschlechtlicher Gruppen, wobei die Jungengruppen von Ralf Wißler und die Mädchengruppen von Karin Adams und Helene Theißen behandelt werden. Durch die geschlechtsspezifische Betreuung gelingt ein tabufreie Thematisierung vieler wichtiger Teilbereiche, bei der die Schüler alle Fragen stellen können, die für sie von Interesse sind. Natürlich gibt es auch Phasen des gemeinschaftlichen Unterrichts, denn in der Jahrgangsstufe neun geht es verstärkt ja auch um den Austausch in Beziehungsfragen.

Da die Jugendlichen den Ablauf des Unterrichtsprojektes zur Sexualerziehung schon aus dem Jahrgang sechs kennen, hat sich bereits ein Vertrauensverhältnis zu den betreuenden Lehrkräften und den beiden Beraterinnen der Beratungsstelle gebildet. Erfreulich für alle Beteiligten ist, dass die Elternzeit auf Probe sich mittlerweile an der Schule so gut etabliert hat, dass es eine weitaus größere Akzeptanz bei Schülern, Eltern und Lehrerschaft als zu Beginn gibt. Hier wundert sich niemand mehr, wenn eine Schülerin während des Projektes mit dem Säuglingssimulator im Gebäude unterwegs ist, denn alle werden im Vorfeld gut informiert und in die neuen Erfahrungen mit einbezogen.

Jetzt trauen sich auch Jungen teilzunehmen und das Interesse der jeweiligen Klassengemeinschaft wächst. Den Jugendlichen wird die Teilnahme an der Elternzeit auf dem Zeugnis vermerkt, denn sie zeigen damit Engagement in Fragen ihrer persönlichen Lebensplanung.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert