Elend mit dem Göttergetränk Kakao

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Hückelhoven. „Auf den Kakaoplantagen Westafrikas arbeiten viele Kinder unter sklavenähnlichen Bedingungen”, dies war eine der dunklen Seiten der Schokola-de, über die Friedel Hütz-Adams von „Südwind” im Evangelischen Gemeindezentrum in der Haagstraße informierte.

Eingeladen hatten der Kirchenkreis Jülich, die Evangelische Kirchengemeinde Hückelhoven und der Eine-Welt-Laden Hückelhoven. Hütz-Adams stellte zunächst kurz „Südwind” vor: Das Institut für Ökonomie und Ökologie aus Siegburg forscht für eine gerechte Weltwirtschaft und ist davon überzeugt, dass weltweit viele Menschen unter den Auswirkungen globaler Wirtschaftsweise leiden, wobei es einen Zusammenhang gebe zwischen dem Reichtum einiger und der Armut vieler.

Belegt mit vielen Beispielen, Statistiken und Zahlen, illustriert mit eindrucksvollen Fotos und ergänzt durch eigene Erfahrungen rund um das „Göttergetränk Kakao”, wie die Azteken diese zunächst nur bei ihnen heimische Pflanze nannten, zeigte der Referent die Mechanismen in Produktion und Vertrieb auf und hob vor allem ab auf die oft katastrophalen Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Familien.

Seit der Kolonialzeit seien die Arbeitsbedingungen beim Anbau von Kakao in vielen Regionen durchweg sehr schlecht gewesen, so dass es sogar zum Verkauf von Kindern als Arbeitssklaven gekommen sei. Weltweit werde Kakao auf rund 3,5 Millionen Farmen angebaut, und die dort 10,5 Millionen Beschäftigten trügen zum Lebensunterhalt von mehreren Zehnmillionen Menschen bei.

Der Experte kritisierte die Industrie rund um Kakao und Schokolade. Die bewege sich erst, was die Defizite bei der Produktion, dem Handel und den Preisen angehe, wenn sie unter öffentlichen Druck gerate.

Ein Beispiel und Vorbild dafür, wie den in der Regel armen Kakao-Produzenten geholfen werden könne, sei der Faire Handel. Der habe errechnet, wie hoch der Mindestpreis sein müsse, um den Bauern ein menschenwürdiges Einkommen zu garantieren. Diesen Mindestpreis würden die Erzeuger erhalten, wodurch sie langfristig und stabil ihr Einkommen kalkulieren könnten. Steige der Welt-Marktpreis über diesen Ansatz, steige auch der im Fairen Handel gezahlte Preis.

Die erfolgreiche Praxis des Fairen Handels belege, dass es Alternativen gebe, und von den mit Kakao und Schokolade befassten Unternehmen sei zu fordern, diese Alternativen aufzugreifen, um so den Bauern und ihren Familien einen fairen Anteil am weltweiten Milliarden-Geschäft mit Kakao zu sichern.
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