Eine kleine Lok ist der Star des Tages

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Der Dampf der Haspe vermischte
Der Dampf der Haspe vermischte sich am Eröffnungstag mit den weißen Wolken am strahlend blauen Himmel. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Schierwaldenrath. Allen Unkenrufen der Wetterfrösche zum Trotz strahlte die Sonne bei der Saisoneröffnung der Selfkantbahn, und nahezu den ganzen Tag über setzte sich der Dampf der Lokomotiven Haspe und Schwarzach im Verkehr zwischen Schierwaldenrath und Gillrath gegen einen blauen Himmel mit wunderbaren weißen Wolken ab.

„Da ist Duschen dann inklusive”, lacht Helmut Kommans, der „Bahnhofsvorsteher”, als er den Star des Eröffnungstages, die kleine Dampflokomotive mit einem offenen Wagen, besetzt mit einer guten Handvoll Gästen, in Richtung Birgden fahren sieht. „Diese Lok stößt nämlich eine Menge Dreck aus”, weiß der Fachmann.

Er weiß aber auch, dass es sich wahre Fans nicht nehmen lassen, diese seltene Gelegenheit zu nutzen; da wird dann auch nachher gerne mal kurz der Dreck weggewischt. Die kleine Lok soll noch bis zu den Pfingstfeiertagen in Schierwaldenrath zu Gast sein. Das kleine Stahlross, das 1894 bei Krauss in München gebaut wurde und schon mehr als ein Dutzend Stationen in ihrem Arbeits-, beziehungsweise Ausstellungsleben hinter sich hat, präsentierte sich quasi fabrikneu, das heißt, umfangreich restauriert und in allen Teilen auf Hochglanz poliert.

Sechs Tonnen Gewicht werden von rund 60 PS betrieben. Aufgemöbelt wurde auch der Bahnhof in Birgden, der ja bekanntlich jeweils der Ort der Begegnung der Züge auf dem Weg nach Gillrath, beziehungsweise in Richtung Schierwaldenrath ist. Erst am Samstag vor dem Osterfest wurden die letzten Arbeiten beendet. Auf einer Strecke von 200 Metern wurden Schwellen und Schotter erneuert. Neue Stehbolzen und einen neuen Kohlekasten aus Edelstahl bekam die Schwarzach (Baujahr 1949, 180 PS). Die Schwarzach wie auch die Haspe (1956, 200 PS) bekamen beide die Stangen und Lager überarbeitet.

Der Zweiwege-Unimog, der auf der Straße ebenso gefahren werden kann, wie auf der Schiene, wurde modifiziert, der Buffetwagen „beblecht”, wie das der Fachmann nennt, und das Holz großzügig bearbeitet. Einer der Triebwgen wird derzeit vorbereitet, um im Juli und August beim 125-jährigen Jubiläum der Harzer Schmalspurbahn zu glänzen. Eine leichte Verspätung gab es bei der zweiten Abfahrt um 11.15 Uhr. Schon am Vormittag waren überdurchschnittliche viele Gäste auf dem Bahnhof in Schierwaldenrath, und just da machte ein Fahrkartenautomat schlapp. Jetzt könnte man ja die Tickets per Hand beschriften und ausgeben.

Warteschlange am Schalter

Das wäre aber bei den eingefleischten Eisenbahnfreunden eine große Sünde. Denn Fahrkarten, Billets wie der Fachmann sie nennt, sind nur dann in der Sammlung des Fans willkommen, wenn die „echt” bedruckt sind. Also musste Helmut Kommans schnell Ersatz besorgen und die Schlange am Fahrkartenschalter erst abarbeiten, bevor Heinz Weitz das Signal zur Abfahrt geben konnte.

Mit dabei waren auch rund 50 Mitglieder eines Smart-Clubs, die ihre Kleinwagen neben der Selfkantbahn aufgereiht hatten und den Tag mit einer gemütlichen Dampffahrt begannen. Kurze Zeit später kam der erste Zug aus Gillrath zurück, die kleine Dampflok zog die noch sauberen Gäste nach Birgden, und die Mitglieder eines Fotoclubs wussten gar nicht, wohin sie ihre Kameras zuerst richten sollten. Viele begeisterte Menschen rund um die Museumsbahn - im Grunde also nichts Neues bei der Selfkantbahn.
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