Ein Sieg, ein Kuss, ein Weltrekord: Beate Görtz gewinnt Iron Man Hawaii

Von: Helmut Wichlatz
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Euphorie nach dem Ziel-Einlauf
Euphorie nach dem Ziel-Einlauf: Beate Görtz aus Doveren jubelt vor Freude, als sie beim Iron Man auf Hawaii nach 9 Stunde, 32 Minuten und 5 Sekunden ihren Weltmeistertitel erfolgreich verteidigt hat.

Hückelhoven-Doveren. Beate Görtz hat zum zweiten Mal in Folge den Iron Man auf Hawaii gewonnen und den Weltmeistertitel verteidigt. Beim härtesten Triathlon der Welt verbesserte sie ihre eigene Weltrekordzeit des Vorjahres um 30 Minuten.

Die Uhr blieb bei 9:32:05 stehen, nachdem die 42-jährige Amateursportlerin vier Kilometer schwimmend, 180 auf dem Rad und die Marathonstrecke von 42 Kilometern laufend zurückgelegt hatte. Damit wurde sie nicht nur Weltmeisterin in ihrer Altersklasse, sondern auch zweitbeste Deutsche im Gesamtfeld. Darüber hinaus schaffte sie es, sich unter den weltbesten Profis zu etablieren.

Die Wahlkölnerin stammt aus Doveren, wo ihre Familie heute noch lebt. Unter anderem war sie im Karneval und beim ASV Rurtal aktiv, bevor sie vor einigen Jahren ihre Leidenschaft für lange Strecken entdeckte. Dabei wollte sie anfangs nur etwas für ihre Kondition tun, wie Görtz betont.

An ihrem ersten Wettkampf nahm sie vor rund zwei Jahren teil. Dass sie so erfolgreich sein würde, hatte sie anfangs nicht geglaubt. Denn auch als Vertriebsmitarbeiterin hat sie nur unregelmäßig Zeit für ihr Training. Mittlerweile kennt sie in Deutschland und den angrenzenden Ländern viele Schwimmbäder und Laufstrecken durch den Wald und in Stadien, denn auf ihren beruflichen Touren steuert sie immer wieder eine Sportstätte an, um zu trainieren. Auch ihr Trainer Frederik Martin vom ASV Köln unterstützt sie durch ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm.

Der Iron Man auf Hawaii ist die Königsklasse im Bereich Triathlon und Traum aller Triathleten. Am Samstag herrschten durchschnittlich rund 33 Grad, was dem Körper schon ordentlich zusetzt. Trotzdem schaffte es Beate Görtz, ihren eigenen Weltrekord zu unterbieten und als Siegerin aller Altersklassen auch einen zweiten Weltrekord einzuheimsen.

Beim Startschuss um sieben Uhr in der Frühe gingen rund 1800 Triathleten an den Start und ins Wasser. „Da bleiben Tritte und Schläge nicht aus”, berichtet die Athletin nach ihrem Erfolg. Nach einer Stunde und neun Minuten und rund vier Kilometer weiter kletterte sie aus dem Wasser und aufs Rad. Sie hatte sich „unter fünf Stunden” vorgenommen und ihr Ziel auch erreicht. Nach vier Stunden und 58 Minuten stieg sie vom Rad. Doch anstatt auszuruhen ging es sofort weiter auf die Marathonstrecke. Nach dem Zieleinlauf blieb sie aber dabei. „Natürlich haben wir bis Mitternacht den letzten Iron man ins Ziel geklatscht”, beschreibt sie überwältigt.

Mit dem erneuten Sieg beim Iron Man und einer Verbesserung der Bestzeit um eine halbe Stunde sei ein Traum wahr geworden. Und noch einer, denn am Ziel bekam sie von der Iron-Man-Gewinnerin 2007 bis 2009, Crissie Wellington, einen Begrüßungskuss auf die verschwitzte Wange. „Die Stelle wurde bei der anschließenden Dusche ausgespart”, beteuert die zweimalige Weltmeisterin.

Neben dem erneuten Titel und dem Küsschen ihres Idols kann sich Görtz in diesem Jahr aber auch über den Europameistertitel als „Powerman 2011” freuen, den sie in den Niederlanden errang.
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