Ein Netzwerk der Kümmerer für den Selfkant

Von: Franz Windelen
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Regionalmanagerin der Leader-R
Regionalmanagerin der Leader-Region und Geschäftsführerein der Lokalen Aktionsgruppe „Der Selfkant”: Vera Lauber hat sich auch an ihrer neuer Wirkungsstelle in Waldfeucht viel vorgenommen. Foto: Windelen

Selfkant. Die Umzugskartons sind noch nicht ganz ausgepackt. Doch die Projekte der Leader-Region „Der Selfkant” hat Vera Lauber, Regionalmanagerin und Geschäftsführerin der Lokalen Aktionsgruppe „Der Selfkant” e.V. (kurz LAG), wohlgeordnet im Kopf. Sie hat ihr neues Büro im Waldfeuchter Schlösschen, dem Rathaus, im März erst bezogen.

Turnusgemäß hat nach zwei Jahren der Vorsitz der LAG vom Bürgermeister der Gemeinde Selfkant, Herbert Corsten, zum Bürgermeister der Gemeinde Waldfeucht, Heinz-Josef Schrammen, gewechselt und damit auch der Sitz der LAG-Geschäftsstelle.

Viele Projekte hat Vera Lauber bislang mit auf den Weg gebracht. Aber um die Leader-Region mit ihren drei Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht weiter voranzubringen, sollen weitere folgen. An konkreten Plänen und vagen Ideen fehlt es nicht. Ganz aktuell ist die Qualitätsprüfung der Radwege in der Region. „Die Bezirksregierung Köln hat hierfür Fördermittel aus EU-Töpfen bereits genehmigt”, freut sich Vera Lauber. Ein beauftragtes Planungsbüro erarbeitet derzeit Empfehlungen und Ratschläge, wie das Radlernetz für Touristen, aber auch Einheimische noch besser gesponnen werden kann.

Mit im Boot ist der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), für den eine Qualitätsprüfung in diesem Ausmaß, nämlich für eine ganze Region, zugleich ein Pilotprojekt ist. Träger der Maßnahme ist der Zweckverband „Der Selfkant”, der 50 Prozent der Kosten trägt.

Ein zweites Projekt, das Kümmerer-Netzwerk, steckt in der Anfangsphase. „Mit dieser Initiative wollen wir eine Art regionaler Nachbarschaftshilfe auf die Beine stellen”, erläutert die Regionalmanagerin. Wer kann oder ist bereit, etwas von seiner Zeit abzuzwicken und sich in den Dienst des Nächsten zu stellen? Und umgekehrt: Wer kann und will diese Angebote in Anspruch nehmen?

Das sind Fragen, die im Vorfeld in einer Projektgruppe zu klären sind. Zu den „Schlüsselakteuren”, die sich kreativ einbringen, können auch die Ortsvorsteher, Vertreter der Ortsringe, der Kirchen und der Sozialverbände sowie andere mehr gehören. Im frühen Herbst sollen die Vorbereitungen abgeschlossen sein. In einer regionalen Bürgerversammlung wird dann über die Projektidee „Kümmerer-Netzwerk” informiert und die Interessen der Menschen aus der Region werden gebündelt.

In der nächsten Phase, der sogenannten Etablierungsphase, soll - bei positiver Resonanz in der Region - eine Koordinierungsstelle eingerichtet werden, die das Geben und Nehmen im Netzwerk in geordnete Bahnen lenkt. Vera Lauber hofft, dass die Etablierungsphase mit einem 55-prozentigem Zuschuss aus Leader-Mitteln gefördert wird.

Für die Projektgruppe und die Regionalmanagerin ist die Realisierung des Kümmerer-Projektes eine wichtiger Meilenstein: „Es muss schon etwas passieren. Denn auch auf dem Land brechen immer mehr familiäre Strukturen weg, so dass diese durch ein helfendes Netzwerk im ehrenamtlichen Austausch aufgefangen werden müssen.”

Weit gediehen sind auch schon die Pläne für einen „naturnahen Spiel- und Erlebnisraum” für Kinder, Jugendliche und Senioren in Gangelt-Birgden. Ein Grundstück zwischen Hoferweg und Philippenkuhle soll zum Treffpunkt für Jung und Alt werden, der Erlebnisraum soll eingebettet sein in eine üppige Vegetation, umgeben von Streuobstbäumen. Zusammen mit der örtlichen KAB-Gruppe und der Initiativ-Gruppe „Spiel(t)räume” soll das Vorhaben umgesetzt werden. „Das Ganze muss man in seiner Einzigartigkeit auch unter dem Aspekt Naherholung und Tourismus sehen.”

Die engagierten Akteure in der Region haben noch mehr Projekte in petto. So sollen die antiken Stellen und Straßen der Römer lokalisiert und wissenschaftlich gesichert werden. „Am Ende können wir vielleicht ein Netzwerk historischer Funde regional und überregional vermarkten.”

Aus dem Topf der Leader-Region soll auch das Dorfgemeinschaftshaus in Schalbruch finanziert werden. Die alte Kirche soll umgebaut und auch für Vereine flexibel genutzt werden. Da, wo gebetet wird, soll auch die Geselligkeit Platz finden. Beichtstuhl, Dorfladen und Gastronomie unter einem Dach - in Schalbruch wird darüber nachgedacht. Auf diese Weise könnte die Nahversorgung vor Ort sichergestellt und ein attraktives Angebot auch für Besucher geschaffen werden.

In Waldfeucht-Haaren soll die Märchenfee durch Wald und Flur schweben. Nicht wirklich, aber immerhin soll es nach Vorstellung der LAG zwischen der Alten Klus und dem Imkervereinsheim einen familienfreundlichen und vor allem barrierefreien Waldmärchenpfad geben. An verschiedenen Stationen auf diesem rund fünf Kilometer langen Rundweg soll auf die Wanderer ein buchstäblich fabelhaftes Naturerlebnis warten.

Gut zwei Jahre ist Vera Lauber nun Regionalmanagerin. Fast zwei Jahre bleiben im aktuellen Leader-Programm noch, um neue Projekte anzuschieben, zwei weitere Jahre, um sie umzusetzen. Aber auch danach kann es weitergehen in der Regionalentwicklung: Die neuen EU-Fördertöpfe stehen bereit. Im Laufe dieses und des nächsten Jahres wird sich zeigen, wie sich „Der Selfkant” erneut hierfür bewerben kann. „Eine sehr aussichtsreiche Zukunft für die Region”, wagt Vera Lauber einen optimistischen Ausblick.

Aber zwischendurch wird sie sicherlich nochmals ihre Umzugskartons packen müssen.
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