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Duo La Chapelle bezaubert das Publikum in Erkelenz

Von: ulla
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Kreis Heinsberg. Wenn schon eine Geigerin in der Tradition der berühmten Oistrachs zu hören ist, dann muss es sich um ein besonderes Ereignis handeln.

Und so war es auch beim sechsten Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in dieser Saison. Das Duo La Chapelle mit Aya Muraki, Violine, und Marika Asatiani, Klavier, bezauberte das Publikum in der Erkelenzer Stadthalle mit seinem Spiel auf allerhöchstem musikalischem Niveau.

Die beiden Künstlerinnen sind der Musikhochschule Köln verbunden und auf vielen Festivals und in bedeutenden Orchestern zu Hause. Sie haben nach ihren Studien viele internationale Preise gewonnen und inzwischen eine Meisterschaft entwickelt, die ihresgleichen sucht. Mühelos halten sie dem Vergleich mit berühmten Klavier- und Geigenvirtuosen stand.

Fast zwei Stunden dauerte das Konzert, das mit der „Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-Moll” von Johann Sebastian Bach (1685-1750) begann, einem gewaltigen Werk, das die konzertante Musik seiner Zeit durch immer neue und überraschende Variationen teils mit tiefem Ernst, aber dann auch wieder tänzerisch-beschwingt fortführte. Gleich zu Anfang brillierten die beiden sowohl solistisch als auch harmonisch im Zusammenspiel.

Es folgte von Olivier Messiaen (1908-1992) „Prludes” mit den Sätzen „Instants dfunts” und „Un rflet dans le vent” (etwa „Vergangene Augenblicke” und „Ein Widerschein im Wind”) aus dem „Quatuor pour la fin du temps” („Quartett für das Ende der Zeit”), in dem der Komponist als Kriegsgefangener im Winter 1940/41 sich auseinandersetzt mit den Wirren dieser Zeit und ihnen die Hoffnung auf neues Leben gegenüberstellt. Dieser spirituelle Ansatz kommt eindrucksvoll in Melodie und Rhythmus zum Ausdruck.

In Guiseppe Tartinis (1692-1770) „Violinsonate g-Moll” werden durch überraschende harmonische Wendungen, das Spiel in den hohen Lagen und die Doppelgrifftechnik höchste Anforderungen an die Geigerin gestellt, was schon im Untertitel „Teufelstriller” zum Ausdruck kommt: Dem eh schon mit vielen Legenden begleiteten Künstlerleben kommt noch die hinzu, dass Tartini im Traum der Teufel erschienen sei, dem er diese Inspiration zu verdanken habe.

Nach der Pause spielte das Duo Johannes Brahms (1833-1897) „Sonate für Violine und Klavier G-Dur op. 78”, die der Komponist seinerzeit der von großem Leid geprüften Familie der Clara Schumann geschickt hatte und die eigentlich ein lyrisch-wehmütiger Liederzyklus ist mit der Violine als Singstimme und dem Klavier als auf das Wesentliche beschränkte Begleitung.

Das Konzert endete mit „Viel Lärm um nichts op. 11” von Erich Korngold (1897-1957), aus dem als Zugabe noch einmal der zweite Satz gespielt wurde. Im diesem dem Shakespeare-Stück gleichen Namens nachempfundenen Werk versteht es das ehemalige Wiener Wunderkind, das zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist, ausgezeichnet, die Figuren und Situationen der mittelalterlichen Komödie zum Leben zu erwecken.

Den Meisterkonzerten der Volkshochschule war an diesem Abend ein weiterer Höhepunkt hinzugefügt worden.
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