Dröhnende Motoren und glückliche Menschen ohne Grenzen

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Gut unterwegs: Maria hatte eine Mitfahrgelegenheit in einem hierzulande ehr seltenen Ural-Gespann gefunden. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Horst Sommer, Vorsitzender der Biker- und Trikerfreunde ohne Grenzen, mit seinem „Nachfolger“ Jo-shua, der schon die Biker-Kutte trägt.

Gangelt. „Die Wünsche unserer Mitfahrer zu erfüllen, erfordert keinen großen Aufwand“, fasst Horst Sommer, Vorsitzender der Biker- und Trikerfreunde ohne Grenzen, das Ergebnis des 12. Festivals der Begegnung rund um das Clubheim „Oase“ in Hohenbusch zusammen: „Das Ergebnis unseres Angebotes sind strahlende Gesichter und zufriedene Menschen!“

Menschen mit Behinderungen sind auch zwölf Jahre nach der Vereinsgründung immer noch das Klientel, das im Mittelpunkt der Vereinstätigkeit steht. Das Fahren in einem schier endlosen Corso beim alljährlichen Festival der Begegnung ist für viele Bewohner der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf und Menschen aus den anderen Behinderteneinrichtungen im Kreis Heinsberg einer der Höhepunkt im Jahr.

Dieses Fahren mit Hunderten Motorrädern erforderte allerdings immer einen enormen logistischen Aufwand, und die Auflagen des Straßenverkehrsamtes waren hoch. „Zu hoch“, wie Horst Sommer noch im vergangenen Jahr feststellen musste. Um hier Abhilfe zu schaffen, wurde die Corso-Idee aufgegeben und man startete eine Mitfahrzentrale.

So gibt es zwar die große Runde im Verbund aller Teilnehmer nicht mehr. Dafür kann aber nun jeder Teilnehmer sich mehrere Mitfahrgelegenheiten sichern. Die Gruppen sind klein, die Runden auf eine halbe Stunde beschränkt. „Das heißt natürlich auch, dass die Mitfahrer sich jede halbe Stunde eine andere Maschine aussuchen können“, so Sommer, der mit Freuden gesehen hat, wie gut das Angebot angekommen ist.

120 Zwei-, Drei- und auch Vierräder waren am Start und standen den Menschen mit Behinderungen zur Auswahl. „Neun Touren sind wir gefahren“, so Sommer, „und es waren einige Teilnehmer, die bei allen Runden mit von der Partie waren!“ Ein Rezept für einen sicheren Startplatz war der Helm-Trick. „Wer einmal einen Helm hatte, hat ihn einfach nicht mehr abgegeben“, lacht Sommer über soviel Raffinesse.

Schon mit zwei dabei

275 Mitglieder haben die Biker- und Trikerfreunde ohne Grenzen mittlerweile. Bei den Motorradfahrern wird ja zwischen Einsteigern und Vollmitgliedern unterschieden. Am Wochenende ist aber jemand der Gruppe beigetreten, der in der Hierarchie ganz weit oben einsteigt:

Joshua, der fast zweijährige Sohn des Vizepräsidenten Andreas Seifert, bekam die „Member-Kutte“ überreicht und begann sofort damit, Horst Sommer auf der Nase herumzutanzen. „Um die Zukunft müssen wir uns also keine Sorgen machen“, war sich der Vorstand gleich einig.


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