Dramatischen Unfall realitätsnah inszeniert

Letzte Aktualisierung:
hs-kark-feuer-bu
Bei der Lagebesprechung der Führungskräfte wurde zunächst das Vorgehen bei der Ubung an der Grundschule Karken besprochen. Foto: Carsten von der Stück

Heinsberg-Karken. Reparaturarbeiten an einer defekten Wasserleitung in der Karkener Grundschule führten zu einer folgenschweren Durchzündung. Die defekte Wasserleitung befand sich in einem Versorgungsraum neben dem Schwimmbecken.

In diesem Raum wurden noch diverse Materialien wie Chlor, Natronlauge, Schwefelsäure, die für die Wasserkontrolle benötigt werden, gelagert. Bei den Arbeiten mit einem Schneidbrenner kam es, vermutlich durch einen defekten Druckminderer, zu einer Durchzündung. Dabei wurde der gesamte Raum verwüstet. Es kam zu einem Schwelbrand, bei dem gefährliche Dämpfe austraten. Es wurden auch einige Behälter, in denen sich verschiedene Gefahrgutstoffe befanden, beschädigt. Bei dieser Durchzündung wurden zwei Arbeiter so schwer verletzt, dass sie sich nur noch bis zum nächsten Flur retten konnten und dort bewusstlos liegen blieben.

Dieses Szenario bot sich den Einsatzkräften der Löschgruppe Karken bei der Zugübung des Zuges 5 der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Heinsberg. Zwei Trupps der Löschgruppe Karken rüsteten sich sofort mit Atemschutz aus um die beiden Arbeiter zu retten. Eile war geboten, da die Verletzten in einer unbekannten, vermutlich giftigen Wolke lagen. Gleichzeitig ließ der Einsatzleiter weitere Kräfte alarmieren. So auch die Messeinheit und die Dekontaminationsgruppe der Feuerwehr Heinsberg. Kurz nacheinander trafen dann weitere Kräfte der Löschgruppe Kirchhoven und Kempen sowie die Spezialeinheiten ein. Da die giftigen Dämpfe ins freie traten, musste eine Wasserwand errichtet werden.

Messungen im Schutzanzug

Weitere Trupps unter Chemieschutzanzügen nahmen Messungen vor und erkundeten, um welche Stoffe es sich handelt. Parallel wurde ein Dekontaminationsplatz eingerichtet, um die eingesetzten Kräfte zu dekontaminieren. Weiterhin musste eine ausreichende Wasserversorgung aufgebaut werden. Weil der Einsatz unter Chemieschutzanzügen sehr personalaufwendig ist, galt es genügend Atemschutzgeräteträger mit einer speziellen Ausbildung bereit zu halten. Die Messeinheit machte großräumig Messungen um die Schadstoffbelastung in der Luft festzustellen. Dies alles wurde über die Informations- und Kommunikationsgruppe der Feuerwehr Heinsberg im Einsatzleitwagen vom Einsatzleiter koordiniert. Nachdem die Verletzten versorgt und die verschiedenen Chemikalien sicher geborgen werden konnten, beendete Übungsleiter Gilbert Hoffmann nach etwa zwei Stunden die Zugübung.

In der anschließenden Besprechung diskutierten die Teilnehmer, an welchen Stellen man die Aufgaben besser hätte bewältigen können. Es gab aber auch viel Lob für die disziplinierte Arbeit der Einsatzkräfte.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert