Diözesantag: Menschen wollen gehört und beteiligt werden

Von: jbs
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Ralf Taufenbach, Ralf Linnartz, Alfons Bäumler, Gaby Wiener-Kaiser, Franz Michels, Ralf Welter, Heinz-Josef Paggen
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Der neu gewählte Vorstand mit dem Bundesvorsitzenden und den Gästen aus Kap Verden und Portugal. v.l.: Georg Hupfauer (Bundes-KAB), Heinz-Josef Paggen, Franz Michels, Ralf Taufenbach, Gaby Wiener-Kaiser, Ralf Linnartz, Gloria Fonseca(Portugal) Ralf Welter, Alfons Bäumer, Sousa Moreno (Kap Verden). Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Drei Tage war die KAB der Diözese Aachen zu Gast in Wassenberg. Der alle vier Jahre stattfindende Diözesantag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) hatte unter dem Motto „Neues sozial denken“ im Betty-Reis-Forum stattgefunden.

Ausrichter war die KAB Wassenberg-Myhl-Birgelen, die gleichzeitig ihr 90-jähriges Bestehen beging.

Als Gastredner setzten Bischof Heinrich Mussinghof und Prof. Dr. Franz Segbers (Marburg) mit ihren Beiträgen Akzente. Die langjährige Vorsitzende Maria-Luise Moors wurde mit einem eigenen auf die Wassenberg Farben bezogenen folkloristischen Programmpunkt verabschiedet. Ein neuer Vorstand wurde gewählt.

Der neue gewählte Diözesan-Vorstand hat mit Gaby Wiener-Kaiser eine neue Vorsitzende. Mit Ralf Welter wurde der Vorsitzende wiedergewählt. Ralf Linnartz bleibt mit der Wiederwahl Diözesanpräses, wie Ralf Taufenbach wiedergewähltes Leitungsmitglied. Neue Leitungsmitglieder sind Heinz-Josef Paggen sowie Franz Michels. Dem Vorstand gehört als hauptamtlicher Diözesansekretär Alfons Bäumler ohne Wahl an.

Der neue Vorstand zog eine erste Bilanz, in der die Vorsitzende Gaby Wiener-Kaiser auf den Beitrag von Gastredner Prof. Dr. Franz Segbers (Marburg) verwies, der den Anwesenden Mut gemacht habe und die in den Setzkästen symbolisierten Ideen als „Feuerwerk sozialer Visionen von Gerechtigkeit“ bezeichnet habe, die es zu realisieren gelte. An die ethische Leitformel „Arbeit vor Kapital“ der KAB habe auch Segbers erinnert und in seiner Rede betont: „Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen“. Michels ergänzte, dass „ die Überraschung der Setzkästen in der Vielfalt der Ideen zu entdecken ist, die die starken Linien von Gerechtigkeit aufdecken, welche gleichzeitig tief verwurzelt in der Arbeit und dem Selbstverständnis der KAB zu finden sind.“

Als Beispiel für den „Einsatz für Gerechtigkeit“ nannte Bäumer, dass die KAB Aktionen unterstütze und fördere, in der beispielsweise alle Kinder eines Kindergartens an der Mittagstafel teilnehmen könnten und niemand wegen finanzieller Not als Kind ausgeschlossen würde.

Der Vorstand war sich einig, dieser Diözesantag habe belegt, dass die Menschen in der Gesellschaft gehört werden wollen mit ihren Meinungen und dass sie direkt beteiligt werden wollen an den Entscheidungen, die richtungsweisend für die Gesellschaft seien.

Die KAB wolle vermitteln, dass Gerechtigkeit sich darin widerspiegele, dass Altersarmut zu verhindern sei, dass das Einkommen wieder Lebens- und Familienplanung möglich machen muss und dass Wirtschaftsprojekte nicht zu Lasten des Umfeldes der Menschen erfolgen dürften. „Die Menschen der KAB wollen nicht mehr unter einer neoliberalen Ausprägung so weitermachen wie bisher.“

Exemplarisch ständen dafür auch die angenommenen und beschlossenen Anträge der Wassenberger KAB zu den Themen „gleiche Renten für die Mütter in der Anerkennung der Erziehungszeiten“ und „das Verbot der Fracking-Methode zur Erschließung von Gas- und Erdölvorkommen“, wie Charly Deklerk als Vertreter der Wassenberger KAB mit Stolz bemerkte.

Präses Linnartz und die beiden Vorsitzenden formulierten mit der ersten Bilanz aber auch Ausblicke auf die zukünftigen Tätigkeiten der KAB. „Bischof Mussinghof hat sein Interesse formuliert daran, was der KAB als Bewegung wichtig ist und zu weiterem Handeln ermutigt, da ein Bistum geprägt wird vom Handeln seiner Verbände.“

Man wolle ausloten, wie der Weg einer direkten Beteiligung der Menschen an der Gestaltung der Gesellschaft aussehen könnte und sich dafür Verbündete bei allen gesellschaftlich etablierten Gruppen und Sozialverbänden holen, um den politischen Entscheidern in Form einer Tätigkeitsgesellschaft auf Augenhöhe entgegen zu treten, vor allem in Fragen der Gerechtigkeit sowie konkret das Gespräch mit den Landtags- und Bundestagsabgeordneten suchen. Man wisse sich da auch weltweit solidarisch mit diesem neuen Selbstverständnis der KAB, wie die Abordnungen der KAB der Kap Verden und aus Portugal dem Diözesantag mit ihren Grußworten vermittelten.

Das nächste KAB-Großereignis für die Diözese Aachen steht schon an: Der Bundesverbandstag der KAB wird 2016 im Bistum Aachen stattfinden. Bis dahin will die KAB möglichst viele Anliegen umsetzen.

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