Kreis Heinsberg - Die Pendlerströme wachsen deutlich an

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Die Pendlerströme wachsen deutlich an

Von: disch
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Präsentierten gemeinsam den Pendleratlas der IHK: Präsident Bert Wirtz (r.) und Geschäftsführer Jürgen Drewes. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Der negative Pendlersaldo des Kreises Heinsberg - mit mehr Auspendlern als Einpendlern - hat sich von 1987 bis 2006 noch einmal deutlich vergrößert. Er ist von gut 17.000 auf fast 30.000 angestiegen.

14.932 Menschen kommen täglich für ihren Job in den Kreis hinein, während 44.652 auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle aus dem Kreis in andere Regionen fahren. Zudem überqueren 39.377 Pendler innerhalb des Kreisgebietes Gemeindegrenzen. Diese Zahlen gehen aus dem ersten Pendleratlas hervor, den die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen erstellt hat. Das 56 Seiten umfassende Werk, in dem „sehr viel Arbeit” steckt, wie IHK-Präsident Bert Wirtz anerkennend formulierte, wurde am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Heinsberg-Dremmen vorgestellt.

Das Ende der Glanzstoff-Ära und die Schließung von Sophia-Jacoba wirken nach. Aber nach Einschätzung der IHK konnte der Strukturwandel im Kreis durch verschiedene Branchenansiedlungen „größtenteils kompensiert” werden, so ist jedenfalls im Pendleratlas zu lesen. IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes lobte die Arbeit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg und der kommunalen Wirtschaftsförderung, zum Beispiel in der Stadt Heinsberg. „Dynamik ist da”, stellte er mit Blick auf die Entwicklung im Kreis fest. Es gelte, dran zu bleiben. Als Wohnstandort habe der Kreis erhebliche Zuwanderungsgewinne verzeichnen können, so Drewes.

Strukturwandel und Arbeitsplatzabbau in Textil-, Montan- und Chemieindustrie hätten den Kreis „hart getroffen”, stellte die IHK fest. In den meisten Kommunen seien aber Gewerbegebiete für den Mittelstand entwickelt worden, Bau- oder Logistikbranche sowie viele Handwerksbetriebe hätten neue Arbeitsplätze geschaffen. Hinzu kämen einige namhafte größere Ansiedlungen. Erschließung und Vermarktung neuer Wohngebiete sowie die günstige Verkehrsanbindung an den Düsseldorfer Raum hätten darüber hinaus dazu geführt, dass der Kreis viele Neubürger hinzugewinnen konnte, die ihren Arbeitsplatz nach wie vor an der Rheinschiene haben”.

Beim Blick auf die wachsenden Pendlerströme sei die vielseitige räumliche Orientierung der Pendlerbeziehungen - ausgerichtet auf die Oberzentren Mönchengladbach, Aachen und Düsseldorf - auffallend. Wobei die Verflechtung in Richtung Norden und Osten sehr viel stärker ausgeprägt sei als gen Aachen und Düren. Nicht sehr viel Dynamik gebe es im Austausch mit den Niederlanden und Belgien. Eines steht für Drewes fest: „Die Menschen aus dem Kreis Heinsberg sind sehr mobil, sie suchen ihre Chancen und werden als Arbeitskräfte geschätzt.”

Aus den Zahlen im Pendleratlas leitete die IHK Forderungen mit Blick auf die Infrastruktur ab: Die in der Planung befindliche Reaktivierung des Personenschienenverkehrs auf der Strecke Heinsberg - Lindern sei „sinnvoll und notwendig”, betonte Drewes. Die IHK fordere aber auch einen Neubau der Verbindungsstrecken Linnich - Baal und Linnich - Lindern. Mit dem Bau der B56n als Verlängerung der A46 müsse es „flott weitergehen”, so der IHK-Hauptgeschäftsführer, der anmerkte, dass eigentlich ein Ausbau dieser Strecke nicht als Bundesstraße, sondern als Autobahn wünschenswert gewesen wäre. Drewes sprach von einer „vertanen Chance”.
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