Heinsberg-Dremmen - Die Erfüllung eines deutsch-amerikanischen Traums

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Die Erfüllung eines deutsch-amerikanischen Traums

Von: Isabelle Hennes
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Freuen sich auf ihren Auftritt
Freuen sich auf ihren Auftritt im Big Apple: Roman Schins, Ralf Schiffers, Fred Schützendorf und Guido Foto: Isabelle Hennes

Heinsberg-Dremmen. Wie passen Gehorsam, Fleiß und Bescheidenheit zu Yes-we-can-Plakaten, Selbstverwirklichung und Kitsch? Gut, wie sich alljährlich im September bei der Steubenparade in New York zeigt. Ob Karnevalsvereine oder Musikgruppen.

Bei diesem deutsch-amerikanischen Fest sind alle willkommen, die zum kulturellen Austausch beitragen möchten. Daher war die Freude groß, als die Bestätigung über die Teilnahme am deutsch-amerikanischen Fest ins Vereinslokal des Trommler- und Pfeiferkorps Dremmen flatterte: „Es war immer schon ein großer Wunsch von uns, an der Steubenparade teilzunehmen”, erinnert sich Ralf Schiffers, zweiter Vorsitzender des Vereins. Es gehört längst zur Dremmener Tradition, Konzertreisen zu unternehmen.

Dazu zählten unter anderem das Stadtschützenfest in Neuss, sowie der Auftakt des Oktoberfestes in München. Nun soll es eine ganz besondere „dritte Halbzeit” werden. „New York ist an sich schon eine Reise wert”, freut sich Schiffers. Die Idee stellte der Vorstand bei der Generalversammlung vor. „Eigentlich hatte ich gar nicht mit einer so großen Zustimmung gerechnet”, gibt Schiffers zu.

34 von 38 Mitgliedern stimmten mit Ja. Gesagt, getan: Es wurden Informationen bei Reiseveranstaltern eingeholt, ein Finanzplan aufgestellt und mit Sponsoren gesprochen. Die Kosten für die 34 Mitreisenden belaufen sich auf 1280 Euro pro Person, wovon jeder 500 Euro privat übernimmt. Am 15. September steigen die Musiker aus Dremmen in den Flieger, am 20. September landen sie wieder in der Heimat. Der Höhepunkt der Reise findet am 17. September statt: Dann ziehen die Heinsberger von der 64. hinauf zur 86. Straße über die Fifth Avenue entlang des Central Parks, bejubelt von 100.000 Zuschauern am Straßenrand.

Zum Programm gehört auch der Empfang beim New Yorker Bürgermeister und dem Steubenkomitee. Und wenn man schon in New York ist, darf auch Sightseeing nicht fehlen: Der Verein unternimmt eine Stadtrundfahrt, schippert über den Hudson River und besucht das Rockefeller Center.

Im Vordergrund steht während des Aufenthaltes aber die Musik, und so hoffen die Heinsberger, im Anschluss an die Parade mit Gleichgesinnten zu musizieren. Ob deutsche oder amerikanische Gruppen, sei egal. „Wichtig ist uns, dass Völkerverständigung stattfindet und Freundschaften geschlossen werden”, hofft Schiffers. Darum probt die Gruppe auch speziell für die Parade den Marsch „Unter dem Sternenbanner” von John Philip Sousa.

Schwierigkeiten bei der Organisation gab es allerdings doch: Wie soll die große Marschtrommel den Weg über den großen Teich nehmen? Da die Transportkosten nicht zu stemmen sind, kaufen die Musiker die Marschtrommel direkt vor Ort und übergeben sie nach ihrem Einsatz dem Paradenkomitee für den Fall, dass andere Vereine in Zukunft dasselbe Problem haben.

Als die Parade 1957 erstmals stattfand, sollte dadurch die deutsche Kultur in den USA am Leben erhalten werden. An Reiz hat sie bis heute nicht verloren, was deutlich an der Begeisterung beim Trommler- und Pfeiferkorps Dremmen zu spüren ist.
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