„Dialogwanderung“: Sorgen der Menschen der Umsiedlungsregionen thematisiert

Von: Anna Petra Thomas
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Agnes Maibaum berichtete Johannes Bündgens unterwegs über die aktuelle Situation ihres Heimatortes Keyenberg.
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Weihbischof Johannes Bündgens (Mitte) zusammen mit rund 40 Teilnehmern der „Dialogwanderung“ unterwegs Richtung Braunkohlentagebau. Fotos (2): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. In jeder der acht Regionen des Bistums Aachen haben Bischof Heinrich Mussinghoff oder die Weihbischöfe Karl Borsch und Johannes Bündgens in diesem Jahr zu einer halbtägigen „Dialogwanderung“ eingeladen. Letzte Etappe war am Samstag die Region Heinsberg.

Hier machte sich Weihbischof Bündgens mit rund 40 Teilnehmern von Kuckum aus auf den Weg an den Rand des Braunkohletagebaus. „Abschied und Aufbruch. Wir gehen alte und neue Wege, doch die alten Wege brechen langsam weg“, lautete das Motto. Es bezog sich nicht allein auf die bevorstehende Umsiedlung, sondern im übertragenden Sinn auch auf die Gesamtsituation der katholischen Kirche in der Region Heinsberg mit ihren neuen Weggemeinschaften.

Auf dem Festplatz am Kuckumer Quellenweg begrüßten Antonette Berg, Gemeindereferentin in der Pfarrei St. Maria und Elisabeth, und Frauenseelsorgerin Sabine Mevissen für das Vorbereitungsteam auch Domkapitular Rolf-Peter Cremer und Regionaldekan Gottfried M. Graaff. Durch die Felder ging es zunächst nach Keyenberg. Ihr Dorf erhalte 2016 Umsiedlungsstatus, berichtete Agnes Maibaum, Vorsitzende des Ortsausschusses, dem Weihbischof während der Wanderung. Leider gebe es jedoch derzeit keinen Umsiedlungsbeauftragten, obwohl dafür eine 50-Prozent-Stelle zur Verfügung stehe, gab sie Bündgens gleich eine aktuelle Sorge mit auf dem Weg.

Weiter führte der Weg unter der A61 hindurch nach Borschemich. Überall heruntergelassene Rolläden waren schon von weither ein sichtbares Zeichen, dass dieser Ort schon weitgehend verlassen ist. Vorbei am Jugendhaus St. Josef des Bistums, das noch in Betrieb ist, ging´s leicht bergauf Richtung Tagebaurand und Halbzeitpause. „Hinter uns ist das Elend zu sehen, das sich langsam in die Landschaft hineinfrisst“, erklärte Josef Bodewig, Mitglied des Kirchenvorstands von St. Maria und Elisabeth. Die Autobahn werde für „schlappe“ 100 Millionen Euro verlegt. „Da ist die Braunkohle doch so etwas Wertvolles, dass wir dafür kämpfen sollten, dass sie bleibt, wo sie ist“, bemerkte er sarkastisch. „Das ist eine große Wunde. Da blutet das Bistum mit!“, versicherte der Weihbischof den Menschen vor Ort.

Nach neun Kilometern Fußmarsch zurück in Kuckum feierte Bündgens mit seinen Begleitern nach einer kleinen Stärkung noch einen Wortgottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche. Dabei fiel es ihm nicht leicht, seine Eindrücke von der Wanderung zusammenzufassen. „Ich bin noch ganz erfüllt von vielen und von reichen Eindrücken“, erklärte er. Für alles, was den Menschen in der Umsiedlungsregion bevorstehe, sei es wichtig, dass die Gesellschaft demokratisch, damit viele Kräfte mitgestalten könnten.

Und genau wie er alle Teilnehmer vor der Wanderung persönlich mit Handschlag begrüßt hatte, verabschiedete er sie schließlich an der Pforte der Herz-Jesu-Kirche auch wieder.

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