„Der Selfkant – Ein Kulturraum“: Zeitgeschichte auf 304 Seiten

Von: dawin
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Zur Buchvorstellung begrüßte Bürgermeister Herbert Corsten (r.) Autor Helmut Binkowski (5.v.l.), Waldfeuchts Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen (2.v.l.), Gangelts Beigeordneten Gerd Dahlmanns (3.v.l.) und Manfred Rulands (4.v.l.) vom Historischen Verein Waldfeucht. Foto: dawin
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Das Buch mit Motiven aus der Region macht den Leser mit Kulturschätzen vor Ort bekannt.

Selfkant-Tüddern. Es ist schon wahr: Wenn man durch die Freizeitregion „Der Selfkant“ wandert oder radelt, fällt einem vor allem die idyllische Landschaft mit ihren Feldern, Wiesen und landwirtschaftlichen Gebäuden ins Auge. Und dabei kann die Region mit einer Vielzahl kulturhistorischer Kleinode aufwarten – sowohl sakraler wie auch säkularer Art.

Wer da zweifelt, sollte sich einmal das Buch „Der Selfkant – Ein Kulturraum“ zur Hand nehmen, das auf 304 Seiten besondere Details beleuchtet, die dem Betrachter sonst womöglich entgehen würden. Das Werk ist soeben im Aachener Verlag Mainz erschienen und wurde im Tüdderner Rathaus vor erlauchter Runde vorgestellt.

Bürgermeister Herbert Corsten begrüßte hierzu den Autor Helmut Binkowski, Vertreter des Verlages Mainz sowie der Nachbargemeinden Gangelt und Waldfeucht und die Schar derjenigen, die dem Autor ihre Archive öffneten und mit der Weitergabe ihres lokalhistorischen Wissens zum Gelingen des Buches beigetragen haben. Corsten betonte, dass das wissensreiche Werk nicht nur für interessierte Fremde, sondern auch Einheimische eine echte Bereicherung sei. Fotos und Hintergrundinformationen lassen die regionale Historie lebendig werden. Dabei ist der Autor nach eigenem Bekunden „eine echte Kölsche Jong“ und war am Anfang recht skeptisch, ob er als Auswärtiger den Auftrag realisieren könne. Die Recherche habe viel Arbeit, aber auch viel Spaß gemacht – und er sei begeistert von dem Ergebnis und habe die Region mit ihren Ortschaften („deren Namen ich vorher meistens nicht mal gehört hatte“) kennen und schätzen gelernt.

Der Kulturraum Selfkant, so Binkowski, wurde bereits von den Kelten und Römern, insbesondere durch die Christianisierung und die Epoche des Mittelalters geprägt, deren kulturelle Leistungen bis in die Neuzeit hineinwirken. Überreste der Stadtbefestigung und mittelalterliche Kirchen mit wertvollen Heiligenfiguren, Kapellen und Wegkreuze, aber auch Landgüter und Schlösser werden von Binkowski eindrucksvoll beschrieben. „Darüber hinaus glänzt die Region auch mit agrar- und handwerksgeprägter Industriekultur, nämlich mit vielen Wasser- und Windmühlen, aber auch mit Manufakturen wie der alten Ziegelei in Kreuzrath und Ziegelrundöfen wie etwa in Wehr“, erklärte der Autor. Auch die Mundart- und Heimatliteratur findet im Buch Erwähnung, und natürlich geht der Autor auch auf die Werke des Chronisten Jacobus Kritzraedt (1602-1672) und des bedeutenden Kartographen Gerhard Mercator (1512-1594) ein.

Kulturelle Besonderheiten

Die Region berge zahlreiche kulturelle Besonderheiten, und deshalb musste Autor Helmut Binkowski anlässlich der Buchvorstellung im Tüdderner Rathaus noch folgenden Appell loswerden: „Es ist unabdingbar, dass motivierte Besucher nicht vor verschlossenen Türen stehen. Machen Sie diese Schätze, vor allem die Kulturgüter in den Kirchen, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.“

Nur noch in Museen

Seine Freude über das gelungene Werk brachte auch Manfred Rulands im Namen des Projektträgers und Herausgebers Historischer Verein Waldfeucht zum Ausdruck. Er erläuterte das Zustandekommen des Buchs: „In der Lokalen Arbeitsgruppe ,Der Selfkant – Kunst, Kultur, Natur‘ kam vor fast fünf Jahren die Idee, ein Buch über das heimatkundliche Kulturerbe in den Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht herauszugeben.“ Das Buch sei ein Stück Zeitgeschichte. „Vielleicht können in Zukunft manche dieser Kunstgegenstände nur noch in Museen und nicht mehr an ihren angestammten Plätzen bestaunt werden“, fürchtet Rulands. Das Buch, räumte er ein, könne allein schon wegen der gegebenen Seitenzahl nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

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