Der „Rekordmaler” stellt im Johanniter-Stift

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Fred Huppertz mit Melanie Gebh
Fred Huppertz mit Melanie Gebhardt, Leitung Sozialer Dienst, vor seinen Bildern.

Erkelenz. Wie schafft er das nur? Diese Frage drängt sich dem Betrachter sofort auf, wenn er die rund 60 Bilder der Ausstellung „Träume und Me(e)r” von Gottfried (Fred) Huppertz im Johanniter-Stift Erkelenz sieht. Denn ein Blick auf die Signatur mit Datum verrät, dass alle diese Gemälde im Laufe eines Jahres entstanden sind.

Und dabei hat der in Klinkum wohnende 75-Jährige noch weitere 60 Bilder zu Hause gelassen. Wenn er dann noch erzählt, dass er sich um eine 3000 Quadratmeter große Anlage mit japanischem Garten kümmert, singt, Keyboard spielt, Fahrrad fährt und verreist, hat er es geschafft, Eindruck zu machen. Vor allem auch deshalb, weil seine Bilder die pure Lebensfreude widerspiegeln, obwohl Huppertz in seinem Leben einige Schicksalsschläge hinnehmen musste.

Die Ausstellung passe aufgrund ihrer Farbigkeit in die Jahreszeit, stellte Melanie Gebhardt, Leiterin Sozialer Dienst und so etwas wie die Kuratorin der Ausstellung, bei der Vernissage fest. Die Bilder seien schön und interessant, weil sie die Lebensgeschichte von Fred Huppertz widerspiegeln würden, der niemals seine Lebensfreude trotz eines Herzinfarktes im Alter von 49 Jahren und dem Verlust seiner ersten Frau verloren habe.

„Manchmal wacht Fred Huppertz nachts um zwei Uhr auf. Er hat eine Idee und fängt an zu malen”, sagte Gebhardt. Dass dann schnell einmal vier Stunden vergehen können, dies bestätigte der ehemalige Schuhmacher und spätere Bundesbeamte bei der Deutschen Bundesbahn. Rund 120 Bilder sind im Laufe eines Jahres entstanden seitdem. „Ich habe soviel Freude und Ideen, dass ich malen muss”, gesteht er.

Es scheint nichts zu geben, wovor er halt macht. Mal malt er Giraffen, mal Landschaften in Anlehnung an vergangene Urlaube in der Karibik, Tunesien und Marokko und mal abstrakte Bilder. Immer greift er zu Acrylfarben - nicht zu Ölfarben, aus gesundheitlichen Gründen. Dabei hat er ein Gespür für das harmonische Komponieren von Farben und Formen.

Schwarze, organisch anmutende bewegte Konturen erstrecken sich über eine farbenfrohe Fläche, werden zu einem irritierenden Geflecht. Farbflächen mit geometrischen Grundformen, die bisweilen den darstellerischen Prozess offenlegen, lösen sich im Bild auf. Dann wieder wird Fred Huppertz gegenständlich und zeigt uns zwei Frauen, die aufs Meer mit Segelbooten und Möwen blicken. Alle Bilder beeindrucken aufgrund ihrer Farbintensität und der damit verbundenen Lebensfreude.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Dezember zu sehen.
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