Demokratie in der Kinderstube macht Spaß

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
8640577.jpg
Aktion im Bewegungsraum war ein Wunsch der Kinder im AWO-Familienzentrum in Scherpenseel, der in Erfüllung ging. Foto: Markus Bienwald

Kreis Heinsberg. „Demokratie in der Kinderstube“ war angesagt in den zehn Kindertagesstätten vom Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Denn in den Einrichtungen, in denen kreisweit rund 900 Kinder im Alter ab einem Jahr bis zum Schuleintritt betreut werden, hatten die Kinder das Sagen.

Hintergrund war der achte Offene Bildungstag der AWO-Familienzentren und Kitas, der sich ganz der Partizipation verschrieben hatte.

UN-Kinderkonvention

„Wenn von Partizipation in Kindertagesstätten die Rede ist, dann sind damit Möglichkeiten der Mitbestimmung der Kinder im Kindergartenalltag gemeint“, erklärte Fachbereichsleiterin Ulla Sevenich-Mattar von der AWO. „Sie sollen schon früh darin unterstützt werden, eine eigene Meinung zu bilden, und die Meinung anderer Kinder und Erwachsener zu akzeptieren.“

Damit agierten die AWO-Kitas auch im Sinne des Artikels zwölf der UN-Kinderkonvention, wie Sevenich-Mattar weiter auführte. Darin stehe dem Kind, das fähig sei, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern. „Die Meinung des Kindes ist angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife zu berücksichtigen“, schließt der Artikel.

Eigene Projektentwicklung

Abgesehen von dieser grundsätzlichen Beteiligung der Kinder, stand an diesem Tag auch die eigene Projektentwicklung im Blickpunkt. Wie das aussehen kann, zeigte beispielhaft die Kita im Zentrum des Übach-Palenberger Stadtteils Scherpenseel. Dort war schon mit dem Startschuss am Morgen richtig was los, Eltern, Omas und Opas, aber auch Erzieherinnen und Mitarbeiter waren viel unterwegs, um die von den Kindern entwickelten Ideen umzusetzen.

So war zum Beispiel ein Wunsch, den Bewegungsraum mit einer Klettermöglichkeit zur Aktion nutzen zu können. Ein anderer Wunsch, der nach einem eigenen Swimmingpool im Garten der herrlich gelegenen Anlage, blieb dagegen unerfüllt. „Das können wir nicht machen“, sagte Einrichtungsleiterin Christiane Schollmeyer achselzuckend. Was aber nicht bedeutete, dass diese Idee aus Kinderhand einfach verworfen wurde.

„Wir haben gemeinsam mit den Kindern eine Lösung gefunden, die schnell begeistert aufgenommen wurde“, freute sich Schollmeyer. Und so wurde dank der spontanen Unterstützung eines Elternpaares deren heimisches großes Planschbecken ruckzuck im Garten aufgebaut und mit einer Rutsche versehen, um eine abgespeckte Version des Traums vom eigenen Kita-Schwimmbad zu verwirklichen.

Mit breitem Pinselstrich

Aber auch das Gartenhaus, das vor drei Jahren dank Elternhand auf dem Gelände wachsen durfte, wurde zu einem Projektobjekt der Kinder. „Dank des Farbsponsorings einer befreundeten Firma war das kein Problem“, berichtete Christiane Schollmeyer. So durften die Kita-Kinder – natürlich in Schutzoveralls gekleidet – sich mit breitem Pinselstrich ganz ohne Vorgaben der Erwachsenen auf dem Holz des Gartenhauses verwirklichen.

Und um Altersunterschied, Geschlecht oder individuelles Können ging es da auch nicht, ganz so, wie es in der integrativen Einrichtung an der Tagesordnung ist. So bunt wie im Garten ging es auch innen weiter: Da wurden zusammen leckere Cakepops ge­backen, die dann bei der Videodokumentation über den in der Kita herrschenden demokratischen Umgangston gemeinsam mit Mama, Papa oder Opa und Oma verzehrt werden durften.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert